Tierbeschäftigung im Zoo Basel

Zwergotter - Foto: Zoo Basel

Zwergotter – Foto: Zoo Basel

Damit Zootiere ihre Fähigkeiten und Verhaltensweisen ausleben können, werden sie im Zoo gezielt beschäftigt: Am Nashornglace hat Bulle Jaffna ein paar Stunden Freude. Seine Mitbewohner, die Zwergotter, klauben ihr Futter mit ihren geschickten Händchen aus Kesseln und Röhren.
An heissen Tagen kühlen sich die Nashörner im Zoo Basel gerne mit einem Bad und neuerdings mit einer Glace. Allerdings werden nicht Sorten wie Straciatella oder Pistazie serviert, sondern passend zum Geschmack der Nashörner Möhre und Banane. Die Tierpfleger legen die Futterstücke in einen grossen Eimer mit Wasser und frieren das Gemisch zu einer Riesen-Glace ein. Damit der grosse Eisbrocken später im Nashorngehege aufgehängt werden kann, wird der Eimer mit einer Metallscheibe und daran befestigter Kette präpariert. Ist die Leckerei gut durchgefroren, wird der Eimer entfernt und die Glace an einem Ast gehängt.

Nashornbulle schleckt mit Genuss

Affen, Malaienbären und andere Tiere im Zoo Basel erhalten im Sommer in Wasser eingefrorene Leckerbissen. Dieses Jahr testete man erstmals auch bei den Nashörnern, ob ihnen das Eis schmeckt. Im Vorfeld gab es Bedenken: Die Vermutung lag nahe, der Bulle Jaffna würde mit einem Kopfhieb den Eisbrocken zerschlagen, um schneller an die Möhren und Bananen zu gelangen. Doch entgegen allen Erwartungen geniesst gerade er die Schleckerei besonders: Stunde um Stunde steht er da und leckt zufrieden am Eis. Zwischendurch reibt er seinen Kopf daran und kühlt sich so den Nacken oder geht eine kleine Runde spazieren und schleckt dann weiter. Ganze vier Stunden verbrachte er letztens sichtlich angetan vor einem Eisbrocken.

Raubtierchen mit Forscherdrang
Für die vier Zwergotter, die Mitbewohner der Nashörner, haben die Tierpfleger ebenfalls ein Beschäftigungsprogramm ersonnen. Die flinken kleinen Raubtiere können auf der rund 2000 Quadratmeter grossen und reichhaltig strukturierten Anlage zwar viel unternehmen, aber ihr unbändiger Forscherdrang muss zusätzlich befriedigt werden. In der Natur suchen Zwergotter in Bachläufen und seichtem Gewässer nach Muscheln, Schnecken und kleinen Fischen. Leider ist es im Zoo nicht möglich, in den Gewässern der Anlage solche Leckerbissen zu verteilen, denn Krähen, Graureiher und Ratten würden sofort angelockt. Da diese freilebenden Tiere weit in der Überzahl sind, kämen die Zwergotter wohl so gut wie nie an ihr Futter.

Den ganzen Tag beschäftigt
Zwergotter haben geschickte, winzige Hände, mit denen sie unermüdlich Gegenstände drehen, wenden und untersuchen. Diese Fähigkeiten müssen sie auch im Zoo Basel einsetzen: Sie klauben Futter aus eigens für sie präparierten und im Wasser versenkten Röhren oder von einer Art Mobile aus mit Löchern versehenen Kesseln. Bei der ausgeklügelten Konstruktion senkt sich ein Kübel mit Futter, wenn das auf der anderen Seite aufgehängte Eis schmilzt. Die Otter kontrollieren regelmässig, ob die Eimer schon tief genug hängen. Erst dann können sie mit ihren Händen die Muscheln aus den Löchern pulen. Die Mobiles sind an mehreren Stellen im Gehege angebracht, so dass die possierlichen Tiere im Wasser und an Land immer eine kleine Herausforderung finden und so den ganzen Tag auf der Suche nach Futter sind.

Das nächste Glace erhält Nashornbulle Jaffna übrigens am Sonntag den 14. August um 11 Uhr. Er wird danach ein paar Stunden damit beschäftigt sein.

Quelle: PM Zoo Basel