Tiere im Zoo Osnabrück bereiten sich auf den Winter vor

Polarfuchsmännchen Baldur im Zoo Osnabrück. Zum Winter wird das Fell der Polarfüchse nicht nur dichter, sondern auch heller. - Foto: Zoo Osnabrück  / Lisa Josef

Polarfuchsmännchen Baldur im Zoo Osnabrück. Zum Winter wird das Fell der Polarfüchse nicht nur dichter, sondern auch heller. – Foto: Zoo Osnabrück / Lisa Josef

Zwar sind die Temperaturen noch nicht gerade winterlich, dennoch bereiten sich die Tiere im Zoo Osnabrück auf den Winter vor. Die Strategien sind vielfältig und die Zoomitarbeiter unterstützen dabei natürlich.

Futtern gegen die Kälte – das ist die Devise der Seehunde, wie Andreas Wulftange, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zoo Osnabrück, beschreibt: „Wir geben unseren Robben zurzeit ein Drittel mehr Fisch als üblich – das sind etwa 40 Heringe am Tag für jedes Tier. So fressen sie sich wie in der Natur ihre Winterspeckschicht, den sogenannten Blubber, an. Damit sind sie gut geschützt gegen die Kälte, denn ihr Wasser wird nicht erwärmt.“ Die drei Seehunde, Bine, Alice und Max, sieht man ihre Rundungen demnächst auch ein wenig an, aber das stört die Meeresbewohner nicht. Eine dicke Schicht legen sich auch die Polarfüchse zu – allerdings nichts aus Speck, sondern aus Wolle. Sie tauschen gerade ihr gräuliches Sommerfell gegen ein dickes, weißes Winterfell, mit viel Unterwolle. Auch ihren Nachbarn, den Trampeltieren wächst ein kuscheliger Wintermantel: „Zusätzlich legen wir den Kamelen in ihrem Haus, das nicht beheizt ist, ein dicke Strohschicht aus – das reicht für die Wüstenschiffe, die auch kalte Temperaturen gewöhnt sind“, so Wulftange. Dass die Tiere sich auf den Winter vorbereiten wird übrigens nicht nur durch die niedrigeren Temperaturen ausgelöst, sondern auch durch die geringere Tageslichtmenge.

Schlummern im Kühlraum
Bei der Überwinterungsstrategie der Griechischen Landschildkröten müssen die Tierpfleger ein wenig nachhelfen: „Die Schildkröten gehen in Winterstarre. Wir geben ihnen nach und nach weniger Futter und drehen die Heizung ab, damit der Stoffwechsel herunter fährt. Dann baden wir sie, damit sie sauber sind und sich der Darm entleert. Das ist wichtig, weil kein Restfutter im Darm gären darf. Schließlich betten wir sie in eine mit Laub gefüllte Kiste, die in unseren Kühlraum kommt“, beschreibt Wulftange. Die konstante Temperatur von drei bis vier Grad Celsius sorge dafür, dass der Stoffwechsel niedrig bleibt und die Reptilien in Ruhe schlummern können.

Während die Griechischen Landschildkröten den Winter verschlafen, drehen andere Tiere auf: So freuen sich die Vielfraße in der nordeuropäischen Tierwelt „Kajanaland“ auf die kühlen Temperaturen und toben in ihrem Winterfell durch ihre naturnahe Anlage mit Bach.

Schimpansen gehen ins Winterquartier
Tiere, die sich nicht anpassen können, wie Löwen oder Giraffen, werden je nach Temperatur und Witterung nur noch kurz „vor die Tür“ geschickt. „Zwar kennen viele der ursprünglich afrikanischen Tierarten die Wintertemperaturen, aber ‚winterfest’ sind sie deswegen natürlich nicht. Unsere kleineren Affenarten können sogar frei wählen: Dank Verbindungsklappen zwischen Innen- und Außenbereich können sie selbständig raus und wieder rein kommen. Dagegen beziehen unsere Schimpansen demnächst ihr Winterquartier“, berichtet Wulftage. Die Menschenaffen ziehen von der 2.500 Quadratmeter großen Außenanlage in das 500 Quadratmeter große Schimpansenhaus, das in den Sommermonaten komplett zugewachsen ist. „Lange wird das dichte Grün allerdings nicht halten, denn die Schimpansen sind dafür bekannt, dass sie alles, was nicht niet und nagelfest ist, auseinander nehmen“, schmunzelt Wulftange.

Für Zoobesucher sind die Wintermonate übrigens besonders interessant: Einerseits sind viele Tierarten aktiver als im Sommer und aufgrund der geringeren Besucheranzahl ist so mancher Zoobesucher besonders neugierig. Zusätzlich lockt ab dem 9.11.2014 noch der günstigere Winterpreis. Und gegen kalte Füße hilft ein Abstecher in das Tetra-Aquarium oder in den „Unterirdischen Zoo“.

Quelle: PM Zoo Osnabrück