Tiergarten Heidelberg: Krabbelgruppe im Robbengehege eröffnet

Foto: Susanne Fischer / Tiergarten Heidelberg

Foto: Susanne Fischer / Tiergarten Heidelberg

Die kommentierte Fütterung der mächtigen Mähnenrobben gehört für viele Zoobesucher in Heidelberg zu einem der Highlights. Neuerdings stehlen zwei freche Wonneproppen den „Großen“ die Schau. Gerade mal vier Wochen alt, toben die beiden Robbenbabys quicklebendig durchs Mutter-Kind-Becken der Robbenanlage. „Doppelter Nachwuchs ist auch für uns eine kleine Sensation“ freut sich die Kuratorin Sandra Reichler. „Ganz besonders erleichtert sind wir, dass Robbe Maike ein gesundes Jungtier zur Welt gebracht hat“. Nach zwei Totgeburten gebar sie am 18.07.2014 ein gesundes Robbenmädchen und erweist sich als vorbildliche Mutter. Mähnenrobbe Lea machte dann am 19.07. mit der Geburt eines kleinen Bullen das Duo komplett. Lea ist bereits eine erfahrene Mutter und bescherte dem Zoo Heidelberg nun ihr drittes, gesundes Jungtier.
„Arielle“ und „Carlos“, so wurden die beiden Wonneproppen von ihren Pflegern getauft, flitzen mit ihren kleinen Torpedoflossen so schnell sie nur können um den Beckenrand und üben fleißig schwimmen. Papa Atos beobachtet durch das Trenngitter neugierig, was sein Nachwuchs so alles anstellt. Das Schwimmen klappt schon richtig gut, auch wenn die Kleinen öfter mal nach Luft japsen müssen, da sie noch nicht so lange die Luft anhalten können wie die Großen. Denn anders als junge Seehunde können junge Mähnenrobben nicht von Anfang an gut schwimmen. Die ersten drei Wochen werden Jungtiere fast komplett an Land versorgt. Erst nach dem ersten Haarwechsel fängt das Kleine an, der Mutter ins Wasser zu folgen. Mähnenrobbenjunge werden von ihren Müttern mindestens 6 Monate gesäugt, bevor sie das erste Mal Fisch zu fressen bekommen. Auch das muss geübt sein. Generell werden nach der Geburt Mutter und Kind zunächst für einige Wochen im Robbenhaus und auf der separaten Außenanlage von der übrigen Gruppe getrennt gehalten, um ihnen eine ungestörte Aufzucht zu gönnen und das Risiko eines Unfalls zu vermeiden. Erst dann dürfen Mutter und Kind zurück in die Mähnenrobbengruppe. Diese Integration ist jedes Mal mit einigem Risiko verbunden, denn im allgemeinen Tumult einer großen Mähnenrobbengruppe kann es passieren, dass kleine Jungtiere sich verletzen oder beim Spielen mit den anderen im Wasser ertrinken. Daher ist es wichtig, dass die jungen Robben sowohl an Land wie auch im Wasser schon möglichst sicher und geschickt sind, bevor es zu den Artgenossen in die Gruppe geht.
Die Heidelberger Mähnenrobbengruppe ist mit acht Tieren eine der größten und erfolgreichsten Zuchtgruppen in einem deutschen Zoo. Das Verbreitungsgebiet der mächtigen Meeressäuger erstreckt sich entlang der Pazifikküste Südamerikas von Peru bis Feuerland und entlang der Atlantikküste bis nach Südbrasilien. Dort engangiert sich der Zoo Heidelberg auch für den Schutz der herrlichen Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum, in dem er die Naturschutzorganisation YAQU PACHA e.V., unterstützt, die sich für den Schutz der Meeressäuger in Südamerika einsetzt. Mähnenrobben sind Wasserraubtiere und zählen zu den Giganten der Meere. Ausgewachsene Mähnenrobbenbullen können ein Gewicht von 500 Kilo erreichen. Auch dies ist als Anpassung an ihren kalten Lebensraum zu verstehen, denn große Körper kühlen langsamer aus als kleine.
In Heidelberg zeigen diese imposanten Tiere nicht nur zweimal täglich bei der Fütterung, zu welchen Kunststücken man sie mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl bringen kann, sie sorgen auch seit 1999 regelmäßig für Nachwuchs.

Quelle: PM Tiergarten Heidelberg