Tiergarten Nürnberg unterstützt Auswilderung von Wildeseln

Foto: M.Schmid/zoogast,de

Dank der Unterstützung des Tiergartens Nürnberg, leben seit einigen Tagen wieder Kulane in der zentralkasachischen Steppe. Die ersten Wildesel kamen durch ein Wiederansiedlungsprojekt, das der Tiergarten der Stadt Nürnberg wesentlich unterstützt, in die Eingewöhnungsgehege. Am 24. Oktober 2017 wurden die ersten neun Tiere in das staatliche Naturreservat Altyn Dala gebracht. Zuvor waren die Kulane 1 200 Kilometer weit mit dem Helikopter vom Nationalpark „Altyn Emel“ im Südwesten des Landes nach Zentralkasachstan geflogen worden. Im kommenden Frühjahr werden die Tiere in die Weiten der Steppe entlassen. Ziel dieses mehrjährigen Projekts ist die Vervollständigung des Steppenökosystems durch große Pflanzenfresser, wie sie einst hier gelebt haben.

Kulane kamen einst im gesamten mittleren Osten und Zentralasien vor, vom Mittelmeerraum bis in die östliche Mongolei. In den letzten 200 Jahren schrumpfte ihr Verbreitungsgebiet dramatisch und umfasst heute weniger als drei Prozent seiner ursprünglichen Größe. Heute wird der Kulan (Equus hemionus kulan) als „stark gefährdet“ auf der Roten Liste gefährdeter Arten geführt und kommt nur noch in kleinen, voneinander isolierten Populationen in Turkmenistan, Kasachstan und Usbekistan vor.

Das Kulan-Wiederansiedlungsprojekt will in den nächsten drei bis vier Jahren insgesamt 30 bis 40 Kulane vom Altyn-Emel-Nationalpark in die Steppen Zentralkasachstans zurückbringen. Glücklicherweise ist die Kulan-Population in Altyn Emel so stark gewachsen, dass der Nationalpark Tiere abgeben kann, die nun als Gründerpopulation für andere Gebiete dienen können.

In diesem Jahr konnten in einer Art Testlauf die ersten neun Kulane erfolgreich umgesiedelt werden. Nach jahrelanger Planung und Vorbereitung mussten sich Methodik, Logistik und Fangtechnik ebenso bewähren wie der tiermedizinische Umgang mit den Tieren, ihr Transport im Helikopter und ihre Freilassung ins Eingewöhnungsgehege im Altyn Dala-Schutzgebiet. Steffen Zuther, Projektleiter der Altyn Dala Conservation Initiative, ist mit dem Verlauf des Tests zufrieden. „Unser Ansatz, die Tiere in einen Pferch zu treiben und sie so zu fangen, hat gut funktioniert“, sagte Zuther. „Auch der Transport mit dem weltgrößten Helikopter Mi-26 stellte kein Problem dar. Die Tiere wurden medikamentös ruhiggestellt und reisten einzeln in speziell dafür angefertigten Boxen.“

Das ehrgeizige Wiederansiedlungsprojekt wird vom Norwegischen Institut für Naturforschung koordiniert und von der kasachischen Naturschutzorganisation Association for the Conservation of Biodiversity of Kazakhstan im Zusammenhang mit der Altyn Dala Conservation Initiative umgesetzt. Weitere Projektpartner sind das Komitee für Forst und Wildtiere des kasachischen Landwirtschaftsministeriums, die Royal Society for the Protection of Birds, die international tätige Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) und der Tiergarten Nürnberg, die die Kulan- Wiederansiedlung finanziell und logistisch unterstützen. Die Hauptgeldgeber für dieses Projekt sind die internationale Naturschutzorganisation Fondation Segré, der Tiergarten der Stadt Nürnberg und die ZGF.

Der Tiergarten Nürnberg setzt sich für gefährdete Tierarten ein und nimmt mit mehr als 40 Arten an den Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen des europäischen Zooverbands teil. Der Zoo ist darüber hinaus aktiv im Artenschutz vor Ort. Er übernahm einen wesentlichen Beitrag beim Aufbau der Feldstation und den Eingewöhnungsgehegen für die Kulan- Wiederansiedlung. Neben der finanziellen Unterstützung waren Mitarbeiter des Tiergartens vor Ort engagiert und schulten über mehrere Wochen den kasachischen Tierarzt des Projekts in Deutschland.

Quelle: PM Stadt Nürnberg

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