Tiergarten Nürnberg zieht Bilanz: So war 2017

Foto: M.Schmid/zoogast,de

Das Jahr 2017 brachte dem Tiergarten der Stadt Nürnberg mit 1.135.515 Besucherinnen und Besuchern das drittbeste Ergebnis seiner Geschichte. Mit 4,4% über dem Vorjahr und 5,6% über dem Fünf-Jahres-Durchschnitt wurde der leichte Rückgang vom Vorjahr – vor allem dank des besseren Wetters – mehr als wett gemacht.

Die feste Zustimmung zum Tiergarten als Erholungs- und Bildungseinrichtung zeigte sich 2017 erneut an der weiter gestiegenen Zahl der verkauften Dauerkarten von 8.438 (2016: 7.624), das ist ein Plus von gut 10%. Auch im Förderverein „Tiergartenfreunde Nürnberg e.V.“ stieg die Zahl der Mitgliedschaften, hinter denen zumeist mehr als eine Person stehen, weiter. Bis Ende Dezember 2017 (31.12.2017) zählte der Verein 3.502 Mitgliedschaften (31.12.2016: 3.152) und verzeichneten damit einen Zuwachs von 11%. Darunter sind 123 einfache Mitgliedschaften. Bei den übrigen Mitgliedschaften ist eine Dauerkarte in den Tiergarten in der Mitgliedschaft enthalten: dies beinhaltet 1.284 Familienmitgliedschaften, 1.422 Zwei-Personen-Mitgliedschaften, 597 Ein-Personen-Mitgliedschaften und 68 Kindermitgliedschaften. Insgesamt verbergen sich dahinter gut 8.500 Einzelpersonen.

Tierbestand und Artenschutz
Der Tierbestand erreichte 2017 zum Jahresende 4.649 Tiere (2016: 3.802) aus 308 Arten (2016: 287), davon 221 Wirbeltierarten (2016: 216) mit 3.020 Individuen (2016: 2.727). Neue Arten sind zum Beispiel die Zwergwabenkröten im Aquarium oder die Kurzohr-Rüsselspringer und die Steinrötel für das Wüstenhaus.

Zu den bedeutenden Veränderungen bei den Individuen zählen die Abgaben des Tigers nach Chemnitz und der Zugang der neuen Männchen bei den Buntmardern und den Seekühen. Unter den Jungtieren sind besonders das Panzernashorn Sanjay, zwei Mähnenwölfe, zwei Hyazintharas und eine Alpenkrähe zu erwähnen.

Aus dem Bereich Artenschutz, zu dem auch Bildung, Forschung und Erhaltungszucht zählen, sind Bestandssicherungen und Wiederansiedelungen von Zootieren in der Natur, oft verbunden mit dem Schutz des Lebensraumes eine wichtige Aufgabe. Der Beitrag des Tiergartens bei den Habichts- oder Uralkäuzen ist bereits Routine. Mit vier ausgewilderten Habichtskäuzen stieg die Gesamtzahl des aufgezogenen Nachwuchses unseres Zuchtpaares auf 32 Jungvögel seit 2003. 14 dieser Jungvögel gingen in den Nationalpark Bayerischer Wald und 13 in das Biosphärenreservat Wienerwald bzw. in das Wildnisgebiet Dürrenstein (Österreich). Fünf weitere junge Habichtskäuze wurden an Zuchtstationen abgegeben. Das Monitoring des Projektes wird auch vom Tiergarten mitfinanziert.

Es beinhaltet eine Erfolgskontrolle und bringt eine Menge an neuen Erkenntnissen zur Biologie dieser Art, die dann auch in anderen Gebieten zum Schutz beitragen.

Im Naturpark Zillertal konnten zur Blutauffrischung drei Steinböcke im Bereich der Greizer Hütte ausgewildert werden. Seit der Bestandsgründung in den 1960er Jahren mit Steinböcken aus der Schweiz wurden erst 2016 und 2017 blutsfremde Tiere eingesetzt, um die genetische Variabilität und damit die Anpassungsfähigkeiten zu erhöhen. In der Sierra Cazorla wurde erneut ein Bartgeier des Tiergartens ausgewildert. Er verstarb zwei Monate später. Wie die Obduktion gezeigt hat, hatte er einen Leberschaden – es konnte aber keine Substanz gefunden werden, die den Schaden verursacht haben könnte. Die Untersuchungen laufen weiter. In diesem Reservat haben früher ausgewilderte Bartgeier die ersten zwei Jungvögel erfolgreich aufgezogen und der 2013 vom Tiergarten gelieferte Geier ist seit kurzem verpaart und hat ein Nest gebaut. Bei Zieseln, einer kleinen Säugetierart, die bis in die 1980er Jahre auch in Deutschland beheimatet war, und in Tschechien einen starken Rückgang erleben musste, laufen Versuche der Wiederansiedelung und der Bestandsstützung.

So wurden aus dem Tiergarten im vergangenen Jahr 22 Ziesel zu einer isolierten und sehr kleinen Restpopulation auf einen Golfplatz bei Karlovy Vary (Karlsbad) zur Verstärkung und Blutauffrischung gebracht.

Für die Wiederansiedelung des Wisents in Spanien stellte der Tiergarten Nürnberg vier Tiere zum Aufbau der Zuchtgruppen zur Verfügung.

Futterbedarf
Die Tiere im Tiergarten Nürnberg hatten auch in 2017 einen äußerst vielfältigen und reichlichen Nahrungsbedarf. Die Futtermittel-Statistik erfasst Obst wie 7,7 to Äpfel, 345 Ananas, 1,9 to Bananen, 750 kg Orangen, 7.705 Kiwi, außerdem Gemüse wie, 666 kg Broccoli, 1,95 to Chinakohl, 35 to Karotten, 21.000 Köpfe Salat, 3,6 to Paprika, 2,9 to Kartoffeln, 10,5 to Rote Rüben und beinhaltet neben 25,4 to Fleisch und 71,5 to Fisch, 4,5 to Tintenfisch, 62.000 Küken, 13.700 Mäuse und 2.800 Ratten auch Grillen, Mehlwürmer, Obstfliegen und Quark. Unter den selbst angebauten Futtermitteln spielten 55 to Runkelrüben und 142 to Heu (110 to aus eigenem Anbau) wieder eine bedeutende Rolle in der Gesamtversorgung. Zusätzlich wurden im Gut Mittelbüg 10 to Weizen, 4 to Hafer und 75 Silage-Bigballs gewonnen. Neben 23,4 to Kraftfutter für Wildtiere wurde 1.050 kg Salzlecksteine eingekauft.

Baumaßnahmen
Die herausragende Baumaßnahme mit viel Eigenleistung (1.400 Arbeitsstunden der Handwerker und 650 Stunden der Landschaftsgestalter) war im vergangenen Jahr die Fertigstellung der Anlage für die Totenkopfäffchen. Die Kosten beliefen sich auf 200.000 Euro, davon 100.000 Euro hat der Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V. getragen.

Die Sanierung des Delphinariums II und der Beginn des Umbaus des alten Flusspferdhauses zu einem Wüstenhaus sind weitere wichtige Baumaßnahmen, die aber noch nicht ganz abgeschlossen sind. Das Delphinarium II ist eine Ausweichanlage hinter den Kulissen, das Wüstenhaus wird im Frühjahr diesen Jahres eröffnet und wird von Wirbellosen bis hin zu Kleinsäugern einer ganzen Reihe von Tierarten ein Zuhause bieten.

Quelle: PM Tiergarten Nürnberg