Tiergarten Schönbrunn: 16 Waldrappküken mit der Hand aufgezogen

Foto: Tiergarten Schönbrunn / Daniel Zupanc

Foto: Tiergarten Schönbrunn / Daniel Zupanc

Salvatore, Charlie und Jojo heißen drei der 16 Waldrappküken, deren Aufzucht die Besucher im Tiergarten Schönbrunn derzeit live miterleben können. Für ihre Ziehmütter Corinna Esterer und Anne-Gabriela Schmalstieg ist das ein 24-Stunden-Job. „Die Küken sind im Tierpark Rosegg und in der Konrad Lorenz Forschungsstelle in Grünau geschlüpft. Sie sind zwischen 22 und 30 Tage alt. Die Ziehmütter füttern sie, wiegen sie ab und reden mit ihnen. Dass die Küken auf ihre Ziehmütter geprägt werden, ist für die Wiederansiedelung dieser hoch bedrohten Vögel enorm wichtig“, so Tiergartendirektorin Dagmar Schratter.

Die 16 Küken und 16 weitere, die außerhalb des Besucherbereichs aufgezogen wurden, sind Teil eines ehrgeizigen Artenschutzprojektes, das vom Waldrappteam mit Unterstützung des Tiergartens und sieben weiteren Partnern durchgeführt wird. Dafür werden die Küken ab nächster Woche in einem Trainingscamp in Salzburg lernen, einem Ultraleicht-Fluggerät zu folgen, in dem ihre Ziehmütter sitzen. Schratter: „Um den Waldrapp, der im 17. Jahrhundert in Mitteleuropa ausgestorben ist, wieder heimisch zu machen, müssen Jungvögel aus Zoos und Zuchtstationen den Weg in ihr Wintergebiet in der Toskana lernen.“

Passend zum Weltzugvogeltag steht das verlängerte Pfingstwochenende im Tiergarten ganz im Zeichen des Waldrapps. Die Besucher können sich spannende Infos direkt von Mitarbeitern dieses EU LIFE+Projekts holen. Ziel des Projekts ist es, bis 2019 eine Population mit rund 120 Vögeln im Freiland aufzubauen. Die Besucher können sogar selbst im Ultraleicht-Fluggerät Platz nehmen. Kinder können eine Waldrappmaske aus Moosgummi basteln und mit Stäbchen versuchen, wie ein Waldrapp mit seinem langen Schnabel Plastik-Würmer aus dem Sand zu picken.

Quelle: PM Flughafen Wien