Tierischer Transfer im Zoo: Seelöwe „Diego“ wechselte von Dortmund nach Osnabrück

Foto: Simon Pannock

Dieser Wechsel ist spektakulär, hatte sich aber schon länger angebahnt. Osnabrück wollte ihn lange haben. Jetzt kommt er ablösefrei. Ihm wird förmlich der rote Teppich ausgerollt. An seiner neuen Wirkungsstätte, dem Schölerberg, bekommt er das volle Wellnesspaket und einen riesigen Pool. Dortmund lässt ihn nur ungern ziehen, da das sportliche Muskelpaket sich hier mit vorzüglichem Benehmen viele Freunde gemacht hatte: Oberbürgermeister Ullrich Sierau hatte die Patenschaft für ihn übernommen. Und wie Diego mit dem Ball umgehen kann!

Diego ist der große Seelöwen-Zuchtbulle (Zalophus californianus) des Dortmunder Zoos, der künftig in Osnabrück schwimmen wird. Notwendig wurde der Umzug wegen des anstehenden Neubaus des Robbenfelsens, für den der Rat der Stadt unlängst die Weichen gestellt hat.

Der Transport wurde in Eigenregie durchgeführt. Diego war bereits vorher an eine passende Kiste gewöhnt und mithilfe von Belohnungen trainiert worden. Nachdem der Bulle freiwillig hineinging, wurden die Schieber geschlossen und Diego konnte abgefahren werden. Zusätzlich wurde das Tier nach Osnabrück von einer Pflegerin begleitet. Diego hat sich mittlerweile in Osnabrück sehr gut eingelebt.

Bis 2015 sind in Dortmund 37 Kalifornische Seelöwen auf die Welt gekommen. Damit nimmt der Zoo Dortmund eine Spitzenstellung ein. Wenn es heute möglich ist, Seelöwen in vielen Tiergärten gut zu halten, so hat daran die Pionierarbeit des Dortmunder Zoos großen Anteil. Neben den Fragen der Fortpflanzung wurde hier tiergärtnerisch-akribisch an Aspekten der Tierbeschäftigung sowie des medizinischen Trainings gearbeitet. Die ersten Pionierleistungen in der Robbenhaltung waren vor allem mit Paul Andreae verbunden, der im jungen Dortmunder Tierpark als Tierpfleger gearbeitet hatte, bevor er ab 1957 als Direktor den Waldzoo Osnabrück leitete (bis 1978).

Robben oder Flossenfüßer (Pinnipedia) sind Säugetiere, die im Wasser leben, allerdings finden mit Geburt, Aufzucht der Jungen oder Haarwechsel elementare Abschnitte ihres Lebens an Land statt. Männchen, auch hier als Bullen bezeichnet, werden wesentlich größer als die Weibchen. Sie müssen sich im Frühjahr einen Strandabschnitt erkämpfen, wozu die Körpergröße förderlich ist, um bei den Weibchen zum Zuge zu kommen. Die Weibchen bringen ein Jungtier zur Welt, das über ein Jahr gesäugt wird. Die Milch ist ausgesprochen fettreich. Seelöwen gehören zu den Ohrenrobben, da sie äußerlich sichtbare Ohrmuscheln haben. Ohrenrobben sind recht beweglich und bringen den Rumpf unter den Oberkörper.

Quelle: PM Zoo Dortmund

Schreibe einen Kommentar