Tierlexikon: Afrikanischer Löwe

Aufgenommen in Kenia 2010 – Foto:M.Schmid/zoogast.de

Allgemein:
Wissenschaftlicher Name:
Panthera leo
Verbreitung kontinental:
Afrika
Verbreitung regional:
Senegal, Guinea-Bissau, Guina, Mali, Elfenbeinküste, Burkina Faso, Ghana, Togo, Benin, Niger, Nigeria, Kamerun, Tschad, Sudan. Südsudan, Zentralafrika, Uganda, Äthiopien, Somalia, Kenia, Tansania, Ruanda, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Angola, Sambia, Malawi, Mosambik, Namibia, Botswana, Simbabwe und Südafrika
Lebensraum:
Savannen, Buschsteppen und Halbwüsten
Gattung:
Eigentliche Großkatzen
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN:  gefährdet

Löwen leben im Gegensatz zu allen anderen Großkatzen im Rudel, das bis zu 30 Mitglieder haben kann. In der Regel wird es von einem bis drei Männchen geleitet und besteht ansonsten aus miteinander verwandten Weibchen und deren Nachwuchs. Während die Männchen alle paar Jahre von einem stärkeren Rivalen vertreiben werden, bleibt der Verbund der Weibchen eine Leben lang bestehen. Auch das unterschiedliche Aussehen von Männchen und Weibchen ist für Großkatzen untypisch, da bei allen anderen Arten die Geschlechter gleich aussehen.
Für die Jagd sind eigentlich die Weibchen zuständig, nur wenn es darum geht ein größeres Beutetier, wie z.B. einen Kaffernbüffel oder ein Elefantenjungtier niederzuringen, greift das weitaus stärkere Männchen ein. Dessen Aufgabe ist ansonsten nur der Schutz des Rudels, da fremde Löwenmännchen immer die Jungtiere töten mit denen sie nicht verwandt sind, um die Weibchen früher zeugungsbereit zu machen. Der Löwe ist kein besonders effektiver Jäger, er kann nur kurz sprinten und ist kein ausdauernder Läufer, so dass nur etwa jeder dritte bis vierte Angriff auf ein Beutetier erfolgreich ist. Früher glaubte man, dass die Hyäne die Reste der Beute des Löwen frisst, heute weiß man allerdings, dass die Hyäne der erfolgreichere Jäger ist und oft durch den stärkeren Löwen von ihrer Beute vertrieben werden.
An den meisten Tagen schläft das Löwenrudel bis zu 20 Stunden. Löwen beanspruchen ein festes Revier, das sie mit Kot und Urin, aber vor allem durch ihr typisches Gebrüll markieren, das man über acht Kilometer weit hören kann. Während der Zeit in der das Weibchen paarungsbereit wird es etliche Male am Tag vom Rudelführer gedeckt. Die Jungen werden nach nur etwa viermonatiger Schwangerschaft geworfen und kommen leicht gefleckt zur Welt. Die zwei bis vier Jungtiere werden von allen Weibchen gesäugt und betreut. Die Väter verteidigen ihre Nachkommen, da andere Löwenmännchen die Jungen töten würden um die Weibchen wieder decken zu können.
Es gibt regionale Unterschiede im Aussehen, wie z.B. die lichte Mähne bei den Löwen im Tsavo-Nationalpark in Kenia. Manchmal tritt bei Löwen Leuzismus auf, das bedeutet dass die Tiere mit weißem Fell geboren werden. Diese weißen Löwen sind keine Albinos, die durch ihre roten Augen auffallen. Weiße Löwen haben aber in der Wildnis keine guten Überlebensmöglichkeiten, da sie sich nicht tarnen können und so weniger Jagderfolg haben.

Welche Gefahren lauern auf den „König der Tiere“?

In manchen Regionen Afrikas ist der Löwe sogar vom Aussterben bedroht. In den letzten 20 Jahren hat dich der afrikanische Löwenbestand halbiert. Eine Ursache ist die extrem schnell wachsende Bevölkerung Afrikas, welche die Löwen in Nationalparks und Schutzgebiete zurück gedrängt hat. Da die einzelnen Verbreitungsgebiete nicht miteinander verbunden sind, findet keine Blutauffrischung mehr statt, was auf kurz oder lang zu Inzucht führt. Mittlerweile tauscht der Mensch immer wieder einzelne Tiere aus, um diesem Effekt entgegenzuwirken.

Der Löwe und der Mensch

Für den Menschen steht die Löwenmähne als Sinnbild für Macht und Herrschaft. Vor etwa 12.000 Jahren war der Löwe noch im Norden Spaniens heimisch. Knochenfunde beweisen, dass er bis vor 3.000 Jahren noch in Ungarn und der Schwarzmeerregion vorkam und in Griechenland und der Balkanregion kam er bis in die Antike vor. Man geht davon aus, dass der Mensch mit dem Aussterben der europäischen Population im ersten Jahrhundert nichts zu tun hatte.
Junge Massai-Krieger müssen als Männlichkeitsbeweis einen Löwen töten, ehe sie als Krieger anerkannt werden. Heutzutage haben Tierschützer die „Massai-Games“ eingeführt, in denen sich die jungen Männer aneinander messen. Dies hat die Löwenjagd bereits weitestgehend abgelöst.
Der Mensch zählt eigentlich nicht zur bevorzugten Beute des Löwen, doch wenn ein Tier einmal einen Menschen gefressen hat, wird es ihn immer wieder angreifen. Populärster Fall: Zwei Löwenmännchen griffen 1898 einen Bautrupp der britischen Eisenbahn in Kenia am Fluss Tsavo an und töteten etliche Menschen.
Oft wurde der Löwe als Wappentier genutzt. Prominente Beispiele sind: der Evangelist Markus oder der englische König Richard Löwenherz.
Auch in die Sprache hat die Großkatze Einzug gehalten. Man sagt z.B. „kämpfen wie ein Löwe“ oder „sich in die Höhle des Löwen wagen“. Zumindest letzteres ist amüsant, da Löwen normalerweise nicht in Höhlen leben.

Den Afrikanischen Löwen gibt es in vielen Unterarten

Afrikanische Löwen werden nach ihrer Herkunft in 10 Unterarten unterschieden. Der Asiatische Löwe wird auch als Unterart des Afrikanischen Löwen geführt, unterscheidet sich aber durch die jahrtausendelange kontinentale Trennung von den anderen Unterarten erheblich.

Panthera leo azandica – Kongo-Löwe

Panthera leo bleyenbergi – Katanga-Löwe
(Norden der DR Kongo, Angola, Simbabwe)

Panthera leo hollisteri – Viktoriasee-Löwe

Panthera leo kamptzi – Kamerun-Löwe

Panthera leo krügeri – Transalvaal-Löwe
(Krüger Nationalpark Südafrika u. einige andere Reservate)

Panthera leo leo –  Berber-Löwe
(nur noch in Gefangenschaft vorkommend, in freier Wildbahn 1922 ausgerottet)

Panthera leo massaicus – Massai-Löwe
(einzig häufige Unterart, Ostafrika)

Panthera leo melanochaita – Kap-Löwe
(1865 ausgerottet )

Panthera leo nyanzae – Uganda-Löwe

Panthera leo senegalensis – Senegal-Löwe
(Westafrika)