Tierlexikon: Afrikanischer Marabu

Aufgenommen im Vogelpark Irgenöd 2013 – Foto:M.Schmid

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Leptoptilos crumeniferus
Verbreitung kontinental:
Afrika, Asien, Europa
Verbreitung regional:
Angola, Benin, Botswana, Burkina Faso, Burundi, Kamerun, Zentralafrika, Tschad, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Dschibuti, Eritrea, Äthiopien, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kenia, Malawi, Mali, Mauretanien, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Ruanda, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Südafrika, Südsudan, Sudan, Swasiland, Tansania, Togo, Uganda, Sambia, Simbabwe, Israel, Liberia, Spanien
Lebensraum:
Sümpfe und Savannen
Gattung:
Marabus
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Der Afrikanische Marabu, auch Kropfstorch genannt, lebt in Kolonien, die aus bis zu 60 Paaren bestehen können.
Der Afrikanische Marabu ist mit bis zu knapp eineinhalb Metern Größe und bis zu 5 Kilo einer der größten Schreitvögel. Seine Spannweite von bis zu drei Metern kommt nah an die des Andenkondors heran, der die größte Flügelspannweite aller Vögel aufweisen kann. Die Beine des Afrikanischen Marabus sind weiß gefärbt, was von einem Gemisch aus Urin und Kot kommt, das die Vögel direkt auf ihre Beine spritzen, Forscher vermuten, dass dies gleichermaßen zum Schutz vor Wärme und Kälte dient. Der 35 Zentimeter lange Schnabel des Afrikanischen Marabus dient zum Aufbrechen von Aas. Der Kopf der Tiere ist federlos und damit vor Verunreinigungen durch Blut oder Maden, beim Fressen geschützt. Der charakteristische Kehlsack dient der Regulierung der Körpertemperatur und in der Balz, wo er intensiver gefärbt ist, zur Partnerwerbung. Typisch für Schreitvögel steht auch der Afrikanische Marabu oft auf einem Bein, um Energie zu sparen. Er gilt als sehr intelligent und als ein guter Flieger, der lange Zeit segelnd in der Luft verbringen kann.
Der Afrikanische Marabu ist hauptsächlich ein Aasfresser, der seinen Speiseplan gelegentlich durch kleine Reptilien, Mäuse und Küken anderer Vögel, wie z.B. Flamingos, ergänzt. Als Folge sich immer mehr ausdehnender menschlicher Siedlungen, wird er auch zunehmend Stammgast auf Müllkippen. An Kadavern muss er größeren Greifvögeln den Vortritt lassen und wird somit zu einem, im Ökosystem sehr wichtigen, Resteverwerter.
Der Afrikanische Marabu baut sein Nest auf Bäumen. Das Weibchen legt bis zu drei Eier, die von beiden Elternteilen etwa einen Monat lang ausgebrütet werden. Die Küken sind zu Anfang noch nicht sehr weit entwickelt und müssen von den Eltern noch lange Zeit mit Nahrung versorgt werden. Es dauert etwa vier Monate ehe ihnen Federn wachsen und sie bald darauf das Nest verlassen.
Der Afrikanische Marabu ist in Afrika als Schädlingsbekämpfer, besonders in Siedlungen, die Nahe einer Müllkippe liegen, bei den Menschen sehr beliebt und gilt nicht als gefährdet. In der Zoohaltung ist er ein unkomplizierter Pflegling, der aber oft seine Grenzen bei den Pflegern austestet. Sie respektieren nur selbstbewusste Menschen. Ängstliche Tierpfleger müssen damit rechnen, dass die Vögel sich ihnen gegenüber frech zeigen.

Der Afrikanische Marabu und die Kriminalpolizei

Die sehr weichen Unterbauchfedern des Afrikanischen Marabu finden auch heute noch bei der Spurensicherung der Kriminalpolizei Verwendung. Sie werden als Pinsel bei der Sicherstellung von Fingerabdrücken genutzt, wo sie ein schonendes Auftragen des Pulvers zur Sichtbarmachung gewährleisten.