Tierlexikon: Afrikanischer Wildhund

Aufgenommen im Tierpark Hellabrunn 2012 – Foto:M.Schmid/zoogast.de

Allgemein:
Wissenschaftlicher Name:
Lycaon pictus
Verbreitung kontinental:
Afrika
Verbreitung regional:
Senegal, Burkina Faso, Benin, Nigeria, Kamerun, Algerien, Tschad, Zentralafrika, Sudan, Südsudan, Äthiopien, Kenia, Tansania, Mosambik, Malawi, Sambia, Botswana, Namibia, Simbabwe, Südafrika
Lebensraum:
Steppen und Savannen
Gattung:
Lycaon
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: stark gefährdet

Der Afrikanische Wildhund lebt in Rudeln von bis zu 15 Tieren, die von einer Leithündin angeführt werden. Innerhalb der Gruppe herrscht ein, für Raubtiere, untypisches soziales Verhalten. So dürfen z.B. die Jungtiere am Kadaver zusammen mit den erwachsenen Tieren fressen, auch ältere und kranke Tiere werden nicht vom Riss vertrieben, sondern sogar vor gelassen. Afrikanische Wildhunde können bis zu zwölf Welpen pro Wurf gebären. Während die Rüden wenn sie erwachsen sind im Rudel bleiben, suchen sich die Weibchen dann eine neue Gruppe. Da die Männchen bei der Aufzucht der Jungen helfen und es mehr Rüden als Fähen im Rudel gibt, hängt es von den männlichen Wildhunden ab, wie viele Jungtiere erwachsen werden.
Das Fleckenmuster ist individuell, wie die Streifen bei Zebra und Tiger, dient innerhalb des Rudels zur Erkennung und macht den Afrikanischen Wildhund zum buntesten Vertreter der Hundeartigen. Wie bei vielen afrikanischen Tieren, dienen die großen Ohren auch der Temperaturregulierung. Die Verständigung untereinander klingt manchmal wie helles Vogelgezwitscher.
Aber auch der Afrikanische Wildhund als gefährlicher Jäger hat Fressfeinde. Vor allem jüngere Tiere fallen den größeren Räubern, wie Löwen, Tüpfelhyänen oder Leoparden zum Opfer. Welpen müssen sich zudem vor großen Greifvögeln in acht nehmen.
Der lateinische Name „Lycaon pictus“ bedeutet „Bunter Wolf“. Früher nannte man ihn auch Hyänenhund, ehe man seine Herkunft genauer erforscht hatte.

Die Jagdtaktik des Afrikanischen Wildhundes

Afrikanische Wildhunde jagen Beutetiere wie Antilopen, Zebras oder Warzenschweine. Sie hetzen ihre Beute bis zur völligen Erschöpfung, ehe sie die Tiere plötzlich angreifen und zum Stolpern bringen. Dann fallen sie über sie her. Afrikanische Wildhunde haben ein extrem starkes Gebiss, es ist ihnen damit sogar möglich mühelos die dicksten Knochen zu zerbeißen. Die Jagd birgt aber auch Gefahren für den Jäger, denn selbst ein sterbendes Streifengnu kann immer noch harte Tritte austeilen. Deshalb sondieren die Wildhunde ihre Beute schon im Voraus und greifen nur sehr alte oder kranke große Säugetier an, denn ein erwachsenes Zebra wäre auch für ein Rudel nur mit Verlusten zu erlegen. Um den Speiseplan zu vergrößern, jagt der Afrikanische Wildhund auch kleine Säugetiere bis hin zu Mäusen und Insekten. Pro Mahlzeit kann der Wildhund je nach Körpergröße bis zu acht Kilo Fleisch in sich hineinschlingen.

Der Afrikanische Wildhund ist in Gefahr

Obwohl der Afrikanische Wildhund noch in vielen Ländern vorkommt, ist er doch stark gefährdet, da die einzelnen Verbreitungsgebiete isoliert von einander liegen und über den ganzen Kontinent verstreut sind. Früher wurde er systematisch von den weißen Siedlern ausgerottet, weil man ihn für eine Ausgeburt des Bösen und für einen Sadisten hielt: Seine Jagdmethoden wirken äußerlich sehr brutal.