Tierlexikon: Asiatischer Elefant

Aufgenommen im Tierpark Hellabrunn 2013 – Foto:M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Elephas maximus
Verbreitung kontinental:
Asien
Verbreitung regional:
Bangladesch, Bhutan, Kambodscha, China, Indien, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Sri Lanka, Thailand, Vietnam
Lebensraum:
Regen- und Trockenwälder
Gattung:
Elephas
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: stark gefährdet

Bei den Asiatischen Elefanten leben die Weibchen zusammen mit ihrem Nachwuchs in Herden von bis zu 30 Tieren, die immer von einer Leitkuh angeführt wird. Im 19.Jahrhundert gab es noch Berichte von 100 Kopf starken Gruppen, die allerdings mit dem Zusammenbruch der Bestände verschwunden sind. Innerhalb einer Gruppe sind alle Tiere miteinander verwandt. Die Männchen dagegen leben in sehr jungen Jahren noch in Junggesellengruppen, später aber als Einzelgänger.
Bei Asiatischen Elefanten erneuern sich die Zähne bis zu sechsmal. Es werden immer nur die vordersten vier genutzt, und wenn diese verschlissen sind, schieben sich die neuen nach. Im Alter von 40 Jahren wachsen in der Regel die letzten Zähne. Trotz einem Gewicht von bis zu 5 Tonnen bewegen sich Asiatische Elefanten beinahe lautlos. Ihre breite Fußsohle ist gut gedämpft, verteilt das Gewicht optimal auf die ganze Auflage und sorgt so dafür, dass die Tiere weich und leise auftreten. Da Asiatischen Elefanten die Schweißdrüsen fehlen, kühlen sie ihre Körpertemperatur durch das Wedeln ihrer stark durchbluteten Ohren. Die rosa Flecken, die man oft auf Stirn, Kopf, Rüssel und Ohren der Tiere sehen kann sind Pigmentstörungen, ähnlich den Sommersprossen beim Menschen. Sie bilden sich meist erst wenn die Tiere in ein hohes Alter kommen. Um Parasiten los zu werden müssen Asiatische Elefanten regelmäßig ein Staubbad nehmen, bei dem sie sich die Blutsauger aus der Haut reiben. Der Rüssel ist das wichtigste Werkzeug des Asiatischen Elefanten. Der dient zum Riechen, Schmecken und Tasten. Feine Härchen am Greiffinger an der Rüsselspitze machen es ihm möglich Dinge zu betasten und ganz sanft auf zu heben. Er kann bis zu acht Liter Flüssigkeit auf einmal damit einsaugen.
Asiatische Elefanten benötigen pro Tag etwa 100 Kilo Futter. Sie fressen nur pflanzliche Nahrung, wie etwa Blätter, Zweige und Baumrinde. Zudem müssen sie täglich trinken.
Während der Paarungszeit kommen die Elefantenbullen in einen Zustand absoluter Erregung, den man Musth nennt. Dann sind die Tiere besonders angriffslustig. Solange die Weibchen paarungsbereit sind schließen sich die Bullen den Familienverbänden an, danach verlassen sie diese wieder. Die Schwangerschaft kann knapp zwei Jahre dauern und die Jungtiere wiegen bei der Geburt bereits etwa 100 Kilo. Während erwachsene Elefanten Flüssigkeit in ihren Rüssel saugen um sie sich anschließend ins Maul zu spritzen, saugen Jungtiere die Muttermilch mit dem Maul.
Obwohl bei den Asiatischen Elefanten nur die Männchen Stoßzähne tragen, wurden die Tiere trotzdem wegen des illegalen Elfenbeinhandels gejagt. Doch mit dem Handelsverbot für Elfenbein von 1989 wurde die Jagd wegen des geringen Ertrags weitestgehend eingestellt. Heute gilt die Zerstörung und die explosionsartige Zersiedelung ihres Lebensraumes als größte Bedrohung für die Art. Man schätzt den Bestand zur Zeit auf etwa 40.000 wildlebende Tiere. Obwohl sie unter vollständigen Schutz stehen, werden sie immer wieder von Bauern getötet, wenn sie deren Felder und Plantagen verwüstet haben.

Der Unterschied zwischen Asiatischen und Afrikanischen Elefanten

Bei den Asiaten wachsen nur den Bullen Stoßzähne, während bei den Afrikanern beide Geschlechter welche bekommen. Die Stoßzähne in Afrika werden auch viel größer als die in Asien, der Rekord liegt bei über 100 Kilo Gewicht und knapp 3,50 Metern Länge. Zudem haben die kleineren Asiatischen Elefanten nur einen „Finger“ am Rüsselende, die Afrikaner haben zwei und auch die Ohren werden bei den Tieren in Asien viel kleiner. Einer der gravierendsten optischen Unterschiede sind auch die beiden Beulen am Kopf der Elefanten des asiatischen Kontinents, die bei Afrikanischen Elefanten komplett fehlen, diese haben eher eine fliehende Stirn. Außerdem kann man Asiatische Elefanten gut an ihrem Buckel erkennen, den die Afrikaner nicht besitzen. Die Unterschiede kommen daher, dass beide Arten nicht unmittelbar miteinander verwandt sind. Während der Afrikanische Elefant und das Mammut von einem Vorfahren abstammen, ist der Asiatische Elefant ein Nachfahre des Mammuts.

Der Asiatische Elefant als Nutztier

Der Asiatische Elefant wird bereist seit über 5.500 Jahren als Nutztier gehalten. Deshalb ist es auf den ersten Blick erstaunlich, dass sich die Wildtiere von den Nutztieren optisch nicht unterscheiden, so wie es z.B. bei Wolf und Hund ist. Doch der Grund ist ebenso einfach wie logisch: Für einfache Bauern war es nicht möglich erwachsene Bullen zur Fortpflanzung zu halten – die männlichen Tiere sind zu aggressiv – und die Zähmung wilder Weibchen war auf Dauer zu aufwendig. Also entließ man die Kühe während der Paarungszeit in den Wald, wo sie von einem wilden Bullen gedeckt wurden. Dann fing man sein Haustier einfach wieder ein. Auf diese Art kamen immer wieder die Gene der wilden Tiere in die Zuchtlinie und es fand keine optische Veränderung statt. Heute ist seine wirtschaftliche Bedeutung stark zurück gegangen. Sie wurden weitestgehend von Maschinen verdrängt. Hauptsächlich werden die Tiere heute für den Tourismus genutzt.

Der Asiatische Elefant in der Geschichte

Auch in der europäischen Geschichte spielt der Asiatische Elefant eine Rolle, so ist z.B. Hannibals Zug über die Alpen im Krieg gegen die Römer legendär geworden. Im Mittelalter wurde der Asiatische Elefant im gesamten Mittelmeerraum, bevorzugt aber im Arabisch-Afrikanischen Raum als Nutztier eingesetzt. Namentlich bekannt wurden der Asiatische Elefant Hanno, der im 16.Jahrhundert als Geschenk des portugiesischen Königs an Pabst Leo X. übergeben wurde und Soliman, der erste Elefant der ebenfalls im 16.Jahrhundert nach Wien kam.

Unterarten des Asiatischen Elefanten:

Die IUCN unterteilt drei Unterarten, jedoch wird der Borneo-Zwergelefant nicht genannt, da seine Abstammung umstritten ist, er wird im Moment dem Sumatra-Elefanten zugerechnet. Rein optisch unterscheidet sich diese Unterart als einzige von den anderen, die eher nach regionalen Kriterien unterteilt werden.

Sri-Lanka-Elefant oder Ceylon-Elefant
Elephas maximus maximus
Der Sri-Lanka-Elefant lebt auf der Insel Sri Lanka an der Südspitze des Indischen Subkontinets.

Sumatra-Elefant
Elephas maximus sumatranus
Der Sumatra-Elefant kommt auf den indonesischen Inseln Sumatra und Borneo vor.

Indische Elefant
Elephas maximus indicus
Der Indische Elefant kommt in den Verbreitungsgebieten des asiatischen Festlands vor, von Westindien bis zur Südspitze der malaiischen Halbinsel.

Borneo-Zwergelefant
Elephas maximus borneensis
Es gibt die Theorie, dass der Borneo-Zwergelefant ein Nachkomme von verwilderten Indischen Elefanten ist, die vor langer Zeit auf Borneo als Nutztiere gehalten wurden. Deshalb wurde ihm noch kein offizieller Unterartenstatus zugestanden. Er sit deutlich kleiner als alle anderen Elefanten. Er erreicht eine maximale Größe von 2,5 Metern, im Gegensatz zu den übrigen Asiatischen Elefanten, die bis zu 3,5 Meter groß werden können.