Tierlexikon: Bartschwein

Bartschwein im Tierpark Hellabrunn - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Bartschwein im Tierpark Hellabrunn – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Sus barbatus
Verbreitung kontinental:
Asien
Verbreitung regional:
Brunei, Indonesien, Malaysia (Peninsular Malaysia, Sabah, Sarawak); Philippines
Lebensraum:
Regenwälder und küstennahe Mangrovenwälder
Gattung:
Gattung Schweine
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: gefährdet

Das Bartschwein lebt in großen Familienverbänden, die sich manchmal zu riesigen Rotten von mehr als 100 Tieren zusammenschließen. Sie sind tagaktiv und schlafen in der Nacht. Junge geschlechtsreife Eber bilden manchmal Junggesellengruppen. Das Bartschwein nutzt auf Nahrungssuche meist dieselben Trampelpfade, die es selbst angelegt hat. Manchmal können diese Wanderung Tage dauern und mehrere hundert Kilometer lang sein.
Der Körper des Bartschweins ist mit einer Körperlänge von gut eineinhalb Meter, einer Größe von maximal 85 Zentimetern und einem Gewicht von etwa 100 Kilo deutlich kleiner als der des Wildschweins, der Kopf ist jedoch bei weitem länger und größer. Charakteristisch für das Bartschwein ist die graubraune Fellfarbe und der buschige, namensgebende, weiße Bart.
Das Bartschwein ist ein Allesfresser. Auf seinem Speiseplan stehen neben Wasserpflanzen, Gräsern, Wurzeln und Früchten auch Schnecken, Insekten und Würmer. Gelegentlich vertilgen sie auch kleine Wirbeltiere wie etwa Mäuse und Aas. Da sie einer Überpopulation von Schädlingen entgegenwirken, sind sie so etwas wie die „Waldpolizei“.
Vor der Paarung fechten die Eber blutige Kämpfe um das Vorrecht der Paarung untereinander aus. Dies ist auch der Grund weshalb sich männliche Bartschweine meist erst ab einem Alter von vier Jahren zum ersten Mal paaren, da sie sich in jungen Jahren noch nicht gegen die alten Eber durchsetzten können. Das Weibchen bringt dann nach etwa vier Monaten Trächtigkeit bis zu acht Ferkel zur Welt. Dies geschieht in einer Art Nest, das die Bache vorher zurecht gemacht hat. Der Nachwuchs bleibt die ersten zehn Tage im Nest und folgt erst dann der Rotte. Die Frischlinge weisen die bei Schweinen üblich Streifenfärbung auf und werden bis ins Alter von drei Monaten gesäugt. Nach einem Jahr werden sie dann selbstständig, ein halbes Jahr später geschlechtsreif.
Das Bartschwein wird von den Einmischen regelmäßig gejagt, da die Jagd relativ einfach ist, wenn man einmal die Wanderwege der Tiere kennt. Das größte Problem der Art ist jedoch die rasant voranschreitende Zerstörung seines Lebensraums.

Das Bartschwein und andere Tierarten

Das Bartschwein hat zu einigen Tierarten ein besonderes Verhältnis. So folgen sie etwa Gibbons und anderen Affenarten. Sie profitieren hier von den fallengelassen Früchten der Primaten. Eine besondere Beziehung hat das Bartschwein allerdings zur Wachtel. Während die Wachtel den Schweinen folgen um kleine Insekten aus der aufgewühlten Erde zu picken, lassen sich diese von den kleinen Vögeln Schädlinge wie etwa Zecken aus der Haut picken. Zudem nehmen Wachtel Gefahren früher wahr und warnen die Bartschweinrotte, der sie folgen.