Tierlexikon: Bergzebra

Hartmann-Bergzebra im Tierpark Hellabrunn 2012 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Equus zebra
Verbreitung kontinental:
Afrika
Verbreitung regional:
Namibia, Südafrika
Lebensraum:
trockene Steppen
Gattung:
Pferde
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: gefährdet

Das Bergzebra lebt in Familienverbänden von bis zu 12 Tieren, die aus einem Hengst, mehreren Stuten und deren Jungtieren besteht. Bei dieser Art gibt es, wie beim Grevý-Zebra, eine soziale Fellpflege, wobei sich die Tiere gegenseitig an Stellen anknabbern, welche die Bergzebras alleine nicht erreichen würden. Die Gruppen durchwandern ein festes Gebiet, das mehrere tausend Quadratkilometer umfasst. Untereinander erkennen sich die Familienmitglieder am Geruch und an der Streifung. Das Bergzebra ist tagaktiv und begibt sich während den frühen Morgen- und späten Abendstunden auf Futtersuche. Wenn die Mitglieder einer Herde grasen hält oft ein Mitglied auf einem erhöhten Punkt Wache. Während sich die Herden des Steppenzebras oft mit den Herden anderer Tierarten verbinden, ziehen die Herden der Bergzebras immer alleine.
Das Bergzebra ernährt sich ausschließlich von Gräsern und Kräutern. Es sucht regelmäßig natürliche Mineral- und Salzvorkommen auf um seinen Mineralhaushalt zu decken. Wenn sie sich in der Nähe von Wasser befinden, trinken sie bis zu zweimal am Tag, sie können aber auch mehrere Tage ohne Wasser auskommen.
Die Schwangerschaft dauert bei einem Bergzebra meist etwa ein Jahr. Nach der Geburt kann das Fohlen bereits nach wenigen Minuten laufen und folgt der Mutter.
Das Bergzebra ist gut an seinem deutlichen sichtbaren Hautlappen an der Kehle zu erkennen. Es hat eine individuelle Streifenzeichnung, ähnlich dem Tiger, an der jedes einzelne Tier wiedererkannt werden kann. Im Gegensatz zum Steppenzebra reicht diese nicht über den Bauch und anders als beim Grevý-Zebra ist hat es dickere Streifen. Lang glaubte man, dass die Streifen zur Tarnung vor Raubtieren helfen sollten, doch die Wissenschaft ist heute weitestgehend anderer Meinung. Die heute populärste Theorie besagt, dass die Streifen das Bergzebra für Insekten unsichtbar macht und somit Parasitenbefall mindert. Das Bergzebra ist die einzige Zebraart, die ein pferdeähnliches Wiehern von sich gibt. Die Art hat besonders harte Hufe, die es ihnen in den felsigen Bergregionen ermöglichen gut voranzukommen.
Das Bergzebra wird in seiner nahrungsarmen Heimat als Nahrungskonkurrent der Weidetiere stark bejagt, was zur derzeitigen Gefährdung geführt hat. Zu seinen Fressfeinden zählt vor allem der Löwe, aber auch der Gepard, Hyänen und der Afrikanische Wildhund. Bergzebras sind allerdings keine leichte Beute und gelten als besonders wehrhaft: Mit ihren harten Hufen können sogar einen Löwen tödlich verletzen, deshalb erbeuten die Raubtiere meist nur alte, kranke oder junge Tiere. Wenn Gnus wegen eines Räubers unruhig werden, reagiert das Bergzebra ebenso, auch wenn es das Raubtier nicht sehen kann. Die Fluchtrefelxe kleinerer Tiere werden vom Bergzebra ignoriert.

Unterarten des Bergzebras

Das Bergzebra gibt es in zwei Unterarten, die sich optisch ähnlich sind, aber in verschiedenen Regionen vorkommen.

Hartmann-Bergzebra
Equus zebra hartmannae
Das Hartmann-Bergzebra lebt in Namibia und im nördlicheren Südafrika. Es ist die häufigere Bergzebra-Art und ist etwas größer mit schmäleren Streifen.

Kap-Bergzebra
Equus zebra zebra
Das Kap-Bergzebra kommt nur im südlichen Südafrika vor und ist die kleinere Unterart mit breiten Streifen.