Tierlexikon: Bison

Bison in der Tierwelt Herberstein 2012 – Foto:M.Schmid/zoogast.de

Allgemein

wissenschaftlicher Name:
Bison bison
Verbreitung kontinental:
Amerika
Verbreitung regional:
Kanada und USA
Lebensraum:
Prärie, Grasländer und Wälder
Gattung:
Bisons
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: gering gefährdet

Es gibt zwei Unterarten des Amerikanischen Bisons, den Präriebison und den Waldbison. Augenscheinlich ist kein Unterschied zu erkennen, jedoch ist der Waldbison schwerer und beide Arten leben, wie die Namen schon sagen, in unterschiedlichen Lebensräumen.
Bisons leben in kleinen Familiengruppen, die aus mehreren Weibchen mit Nachwuchs und einem Bullen, der aber immer etwas Abseits der Herde bleibt. Während der Paarungszeit schließen sich dann die Familien zu großen Herden zusammen. Bisons wandern auf Nahrungssuche weit umher, vor der europäischen Besiedelung sogar von Norden Kanadas bis nach Mexiko, ohne ein festes Revier zu beanspruchen. Die Wanderung richten sich auch nach dem Klima, wobei sie dem Winter davon zu laufen. Obwohl der Bison eigentlich ein gemütlicher Wanderer ist, kann er im Lauf eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 50 km/h erreichen.
Die Bullen sind bei Weitem größer als die Kühe. Sie haben wuchtigere Schädel und eine stärkere Kopf- und Schulterbehaarung. Bei beiden Geschlechtern ist das Hinterteil braun gefärbt, die Jungen kommen eher rotbraun zur Welt. Im Sommer verliert der Bison sein Winterfell, dass ihm im Frühjahr in Fetzen vom Körper hängt.
Sie ernähren sich hauptsächlich von Gras, Flechten und Kräutern, verschmähen in schweren Zeiten allerdings auch Blätter oder Rinde nicht.
Heute sind nicht mehr die Menschen die Hauptgefährdung der Bisons, sondern Krankheiten wie die Tuberkulose, die innerhalb kürzester Zeit ein Großzahl an Opfern fordern kann.
Obwohl die Bisons größer als ihre Verwandten die Wisente sind, so stammen sie doch von ihnen ab. Man geht davon aus, dass in der letzten Eiszeit Steppenwisente die Beringstraße, das ist die Meerenge zwischen Russland und Alaska, überwanderten als diese zu gefroren war und sich daraus vor etwa 6.000 Jahren die heutigen Bisons entwickelten.

Die gezielte Ausrottung des Bisons durch die europäischen Siedler

Im Kampf gegen die Indianer kamen die europäischen Siedler auf die wahnwitzige Idee, den Ureinwohner mit der Ausrottung der Bisons ihre Lebensgrundlage zu nehmen. Hintergrund war dass die Indianer einen erlegten Bison beinahe vollständig verwerteten, Fleisch, Häute, Wolle und Horn eines Tieres konnten einem Stamm manchmal für Monate reichen.
Zu Beginn der Aktion im Jahre 1830 lebten geschätzte 60 Millionen Bisons in Nordamerika, nur 59 Jahre später zählte man nur noch 835 Tiere. Nachdem in dieser Zeit Büffeljäger wie ein gewisser William F. Cody, alias „Buffalo Bill“, der während des Baus der Eisenbahn zur systematischen Vernichtung des Bisonsbestandes angestellt wurde, eine heutzutage sehr zweifelhafte Berühmtheit erlangten, so war es im Jahre 1905 der Direktor des Zoo New York Dr. Theodore Horneday, der sich einen heute noch viel beachteten Ruf erarbeitete. Horneday gründete die Gesellschaft zur Erhaltung des Bisons, die es geschafft hat die Art zu retten und den Grundstein dafür legte, dass heute zumindest wieder etwa 350.000 Bisons in Nordamerika leben.
Die heute größte freilebende Bisonherde lebt mit etwa 30.000 Tieren im Yellowstone Nationalpark.

Ist der Bison ein Büffel?

Eigentlich sind nur der afrikanische Kaffernbüffel und der asiatische Wasserbüffel echte Büffel. Am besten erkannt man diese echten Büffel am Querschnitt ihrer Hörner, die dreieckig sind. Die des Bisons dagegen haben einen ovalen Querschnitt.
Doch die Amerikaner nennen den Bison gar nicht Büffel, sondern Buffalo, der Büffel ist nur eine Fehlinterpretation des Wortes. Heute kann der Ursprung des Wortes Buffalo nicht mehr eindeutig bestimmt werden. Die letzte belegbare Spur findet sich bei den französichen Kolonisten, die das Tier „Bufflo“ und später „Buffelo“ nannten, was die englischen Kolonisten später in das noch heute gebräuchliche „Buffalo“ umwandelten.
Übrigens: Die unfruchtbare Kreuzung aus einem Hausrind und einem Büffel nennt man “ Beefalo“.