Tierlexikon: Braunkopfklammeraffe

Braunkopfklammeraffe im Tierpark Hellabrunn - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Braunkopfklammeraffe im Tierpark Hellabrunn – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein:
wissenschaftlicher Name:
Ateles fusciceps
Verbreitung kontinental:
Amerika
Verbreitung regional:
Kolumbien, Ecuador, Panama
Lebensraum:
Wälder
Gattung:
Klammeraffen
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: vom Aussterben bedroht

Der Braunkopfklammeraffe lebt in losen Horden von mehr als 100 Tieren, die allerdings in Gruppen von bis zu 25 Tieren unterteilt sind. Er verbringt sein ganzes Leben in den Baumkronen. Die tagaktiven Braunkopfklammeraffen sind in der Lage bis zu neun Meter weit von Baum zu Baum zu springen, auf den Erdboden kommen sie so gut wie nie.
Ein Braunkopfklammeraffe kann knapp zehn Kilo schwer und etwa einen halben Meter groß werden. Die Daumen haben sich zurück entwickelt und geben so der hakenförmigen Hand größere Kraft und einen besseren Halt beim Hangeln. Sie haben ein struppiges schwarzes Fell und einen braunen Kopf. Bei ihren Wanderungen durch die Baumwipfel verständigen sich Braunkopfklammeraffen mit Zwitscherlauten.
Der Braunkopfklammeraffe ist ein Allesfresser. Auf seinem Speiseplan stehen Früchte, Blätter, Knospen und Samen ebenso, wie aber auch Insekten, deren Larven und Vogeleier.
Bei den Braunkopfklammeraffen bekommen die Weibchen in der Regel im Alter von vier Jahren ihren ersten Nachwuchs und werden dann nur alle drei Jahre wieder schwanger. Sie sind gute sieben Monate lang trächtig, ehe sie für gewöhnlich ein Jungtier zur Welt bringen. Der Nachwuchs wird etwa zehn Monate lang gesäugt. Männchen bleiben normalerweise in ihrer Geburtsgruppe, während Weibchen mit Erreichen der Geschlechtsreife, im Alter von etwa vier Jahren die Gruppe verlassen.
Der Braunkopfklammeraffe wird von den indigenen Völkern in seinem Verbreitungsgebiet stark gejagt, zudem schreitet die Vernichtung seines Lebensraumes, besonders auf dem südamerikanischen Festland in erschreckender Geschwindigkeit voran. Man geht jedoch davon aus, dass in Panama noch einige gesunde Populationen existieren.

Der fünfte Arm

Der Schwanz des Braunkopfklammeraffens wird auch als fünfter Arm der Tiere bezeichnet und ist zudem für den Namen der Affen verantwortlich. Er kann mit knapp einem Meter um einiges länger als der Körper werden. Die Unterseite der Schwanzspitze ist nicht behaart und weist sogar Tastkörperchen, wie eine richtige Hand auf. Der Braunkopfklammeraffe ist in der Lage sich mit ihm alleine an einem Ast festzuhalten und hat somit alle vier Hände frei um etwa Nahrung zu sammeln. So einen Schwanz gibt es nur bei Affen auf dem amerikanischen Kontinent, in der neuen Welt wurde noch Primat entdeckt, der dazu in der Lage ist.

Nur Männchen?

Die weiblichen Braunkopfklammeraffen haben eine sehr lange Klitoris, die einem Penis gleicht. Dadurch glaubt man gelegentlich reine Junggesellengruppen zu sehen, fragt sich allerdings wo die Jungtiere herkommen.