Tierlexikon: Brillenbär

Aufgenommen in der Tierwelt Herberstein 2012 – Foto: M. Schmid / zoogast.de

Allgemein:
Wissenschaftlicher Name:
Tremarctos ornatus
Verbreitung kontinental:
Amerika (Südamerika)
Verbreitung regional:
Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien
Lebensraum:
Hochgebirge
Gattung:
Tremarctos
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: gefährdet

Der Brillenbär lebt als Einzelgänger in den Anden,weshalb er auch Andenbär genannt wird. Die Tiere leben in den Bergen bis zu 3.000 Metern Höhe und sind auch im Bezug auf Bäume ausgezeichnete Kletterer. Sie schlafen sogar in Baumhöhlen oder auf den Bäumen, wobei sie sich richtiggehende Schlafnester bauen.
Innerhalb der Familie der Bären ist der Brillenbär eine der kleineren Arten. Der Brillenbär stammt aus der Familie der Neuweltbären, die während der letzten Einzeit in vielen Arten vorkam. Der Brillenbär ist die einzige Art die nach der Klimaveränderung übrig geblieben ist.
Jedes Tier hat eine individuelle Gesichtszeichung, ähnlich den Streifen von Zebras oder Tigern, welche auch verantwortlich für ihren Namen war. Brillenbären brüllen nicht wie alle anderen Bärenarten, sie trillern so ähnlich wie Vögel. Männchen sind mit bis zu 130 Kilo doppelt so schwer wie die Weibchen.
Brillenbären sind größtenteils Pflanzenfresser, die ihren Speiseplan nur sehr selten durch Beutetiere ergänzen. Während in manchen Zoos gesehen wurde, dass der Brillenbär Werkzeuge zur Nahrungsbeschaffung genutzt hat, ist dieses Verhalten in der Wildnis noch nicht belegt worden.

Der Brillenbär und der Mensch

Während die Indios vor der Zeit der spanischen Eroberer in Harmonie mit dem Brillenbären lebten, bejagten die Weißen den harmlosen Bären gnadenlos. Die Tötung eines Tieres, meist wurden die Tiere aus größerer Entfernung erschossen, wurde als Sport und Mutbeweis angesehen. Zudem dachten die „christlichen“ Eroberer, dass durch das Trinken des Blutes eines erlegten Brillenbären, deren Mut auf sie übergehen wurde. Diese sinnlose Jagd dezimierte die Bestände in einem solchen Maße, dass selbst heutige Schutzmaßnahmen noch nicht zu einer wirklichen Erholung der Bestände geführt haben.