Tierlexikon: Leopard

Chinaleopard im Tierpark Hellabrunn 2013 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Panthera pardus
Verbreitung kontinental:
Afrika, Asien, Europa
Verbreitung regional:
Afghanistan, Algerien, Angola, Armenien, Aserbaidschan, Bangladesch, Benin, Bhutan, Botswana, Burkina Faso, Burundi, Kambodscha, Kamerun, Zentralafrika, Tschad, China, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Dschibuti, Ägypten, Äquatorialguinea, Eritrea, Äthiopien, Gabun, Gambia, Georgien, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Indien, Indonesien, Iran, Israel, Jordanien, Kenia, Nordkorea, Laos, Liberia, Malawi, Malaysia, Mali, Marokko, Mosambik, Myanmar, Namibia, Nepal, Niger, Nigeria, Oman, Pakistan, Russland, Ruanda, Saudi Arabien, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Südafrika, Sri Lanka, Südsudan, Sudan, Swasiland, Tadschikistan, Tansania, Thailand, Togo, Türkei, Turkmenistan, Uganda, Vereinigte Arabische Emirate, Usbekistan, Vietnam, Jemen, Sambia, Simbabwe
Lebensraum:
je nach Region alle Lebensräume
Gattung:
Großkatzen
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: gering gefährdet

Der Leopard lebt als Einzelgänger und ist hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv. Den Tag verbringt die Raubkatze normalerweise in den Bäumen. Er kommt in regionalen Unterarten in Afrika, Asien und im Kaukasus, dem östlichen Rand von Europa vor.
Die Männchen sind immer deutlich größer als die Weibchen. Äußerlich gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen Leoparden die im Wald leben und denen die in offenen Landschaften vorkommen. Waldleoparden sind schlanker und kleiner, als ihre Verwandten, zudem hat ihr Fell intensivere Farben. Hören, Sehen und Riechen sind besondere Talente der Leoparden. Tagsüber sehen sie genauso gut wie ein Mensch, aber bei Dunkelheit ist ihr Sehsinn bis zu sechsmal besser. Sie können hohe Töne wahrnehmen, die für uns schon unhörbar sind und auch der Geruchssinn schlägt den menschlichen um Längen. Die Lieblingsjagdmethoden des Leoparden sind das Anschleichen und das Auflauern. Wobei sie oft von erhöhten Punkten, wie Bäumen und Felsvorsprüngen aus angreifen. Leoparden tragen ihre Beute oft in Bäume und befestigen sie dort um das Fleisch vor stärkeren Raubtieren wie Löwen oder Hyänen zu schützen. Leoparden gelten auch als gute Schwimmer, es wurden Leoparden beobachtet, die den Tag geschützt auf einer Flussinsel verbracht haben und zum Jagen aus Festland schwammen.

Schwärzlinge

Bei Leoparden kommt es immer wieder zu Schwärzlingen, wobei diese Tiere in einem Wurf mit gewöhnlich gezeichneten Tieren vorkommen können. Bei den Leoparden sieht man ebenso wie beim Jaguar die Rosettenzeichnung auf dem schwarzen Fell bei günstigem Lichteinfall. Die meisten Schwärzlinge kommen bei den Java-Leoparden vor (fast 50% aller Tiere), wogegen die Amurleoparden gar keine Schwärzlinge hervor bringen. Der klassische schwarze Panther ist eigentlich ein schwarzer Leopard. Auch „Bagira“ in Kiplings „Dschungelbuch“ ist schwarzer Leopard.

Der Leopard und der Mensch

FRÜHER: Ausgrabungen in Afrika geben Grund zur Annahme, dass die dortigen Frühmenschen ihren Fleischbedarf als Aasfresser bei den Beuteresten des Leoparden deckten. Manchmal dürften sie die Tiere auch von deren frisch erlegter Beute vertrieben haben. Bei den alten Griechen gab es bereist Aufzeichnungen über die Leopardenjagd und die alten Römer fingen Leoparden für die Spiele im Kolosseum. Gezähmte Leoparden galten als Statussymbol an den Höfen der Adligen in Griechenland, Rom und Indien. Das Volk der Dahomey in Westafrika glauben, dass ihr Volk aus der Vereinigung einer Frau und eines Leoparden hervor gegangen ist.
HEUTE: Heute gelten nur noch tote Leoparden als Statussymbol in Form von Pelzen oder als Großwildjägerbeute. Beinahe allen Körperteile des Leoparden werden auch heute noch in der traditionellen chinesischen Medizin Heilkräfte zu geschrieben. Leoparden haben in Afrika an den Menschen gewohnt, es gibt Berichte über Leoparden die in, von Vororten eingeschlossenen, Waldstücken ganz nah bei den Menschen leben. Da er aber ein Viehdieb ist, wird er von den ansässigen Menschen nicht gern gesehen. Ein Leopardenfell ist in vielen afrikanischen Stämmen noch heute ein Herrschersymbol.
IN DER RELIGION: Die Juden glauben, dass Adam und Eva ihre Blöße nach dem Sündenfall mit einem Leopardenfell bedeckten. Im alten, wie im neuen Testament der Bibel wird der Leopard immer wieder erwähnt. Wobei er bei den Christen deutlich negativer besetzt ist als bei den Juden.

Menschenfressende Leoparden

Man geht davon aus, dass menschenfressende Leoparden meist nicht mehr in der Lage sind richtig zu jagen. Da der Mensch eigentlich kein Beutetier des Leoparden darstellt. Berühmt wurde der „Leopard von Rudraprayag“ der Anfang des 20.Jahrhunderts in der Nähe eines hinduistischen Pilgerpfades in Indien lebte und über 125 Gläubige tötete. Der berühmte Großwildjäger Jim Corbett erlegte ihn 1925. Auch in Sri Lanka gab es 1924 einen Leoparden der 12 Menschen tötete.

Unterarten des Leoparden

Amurleopard
(Panthera pardus orientalis)

Der Amurleopard ist die nördlichste Leopardenart und hat das dichteste und längste Fell aller Leoparden. Es gibt bei dieser Art keine Schwärzlinge. Man geht davon aus, dass es nur noch ca. 40 freilebende Tiere dieser Art gibt. In den Zoos der Welt sollen noch etwa 170 Tiere leben. Er ernährt sich hauptsächlich von Rehen und Hirschen.

Java-Leopard
(Panthera pardus melas)

Der Java-Leopard ist die kleinste und urtümlichste Leopardenart. Es existieren nur noch etwa 250 Tiere auf der Insel Java. Beim Java-Leoparden gibt es verhältnismäßig die meisten Schwärzlinge unter allen Leoparden. Er ernährt sich hauptsächlich von Affen, Nagetieren, Reptilien und Vögeln.

Chinaleopard
(Panthera pardus japonensis)

Der Chinaleopard ist die anspruchsloseste Leopardenart. Er fühlt sich in den einfachsten Lebensräumen heimisch. Es kommt bei dieser Art nicht zu Schwärzlingen. Man geht von 2.500 freilebenden Tieren aus. Die größte Gefahr für die Art ist die chinesische Pelzindustrie. Er ernährt sich hauptsächlich von Nagetieren, großen Säugetieren, Reptilien und Vögeln.

Afrikanischer Leopard
(Panthera pardus pardus)

Der afrikanische Leopard stellt die häufigste und stabilste Leopardenart dar. Die dichteste Verbreitung findet südlich der Sahelzone. Seine Hauptnahrung sind Antilopen. In manchen Regionen läuft seine Fortpflanzung mit der der Impala synchron, wegen des dann höheren Nahrungsangebot.

Indischer Leopard
(Panthera pardus fusca)

Der Indische Leopard hat am stärksten unter der Wilderei der Pelzhändler und zu Nutzen der traditionellen chinesischen Medizin zu leiden. Stabile Bestände gibt es nur noch in Schutzgebieten. Sein Verbreitungsgebiet reicht über den ganzen Indischen Subkontinent bis zum Fuß des Himalaya.

Arabischer Leopard
(Panthera pardus nimr)

Der Arabische Leopard zählt zu den kleinsten und gefährdetsten Leopardenarten. Man geht von nicht einmal mehr 300 freilebenden Tieren aus. Er ernährt sich hauptsächlich von Berghuftieren, wie Steinböcken und Antilopen. Die Artbezeichnung „nimr“ ist das arabische Wort für Leopard.

Persischer Leopard
(Panthera pardus ciscaucasica)

Der Persische Leopard ist die Unterart, welche auch in Europa gesichtet wurde. Sein Hauptverbreitungsgebiet ist der Kaukasus und Iran. Diese Art gilt jedoch, wie die meisten anderen, als stark gefährdet, da man von max. 1300 freilebenden Tieren ausgeht. Seine Hauptnahrung sind Bergziegen, Wildschweine, Rehe, Hirsche und Indische Stachelschweine.

Indochinesischer Leopard
(Panthera pardus delacouri)

Der Indochinesische Leopard gilt als gefährdet. Sein Hauptverbreitungsgebiet ist Südostasien, wobei er regional bereits als ausgerottet gilt. Die meisten Tiere dürften im goldenen Dreieck (Myanmar, Laos, Thailand) leben. Neuste Forschungen zeigen, dass er sich hauptsächlich von Hirschen, Wildschweinen und Schweinsdachsen ernährt.

Sri-Lanka-Leopard
(Panthera pardus kotiya)

Der Sri-Lanka-Leopard kommt nur auf der gleichnamigen Insel vor und gilt als stark gefährdet. Man geht von max. 1660 Tieren aus. Diese Leopardenart zählt zu größeren Leoparden, was auf das Fehlen größerer Konkurrenten wie Tigern oder Löwen auf Sri Lanka zurück geführt wird. Er nährt sich hauptsächlich von Wild, Affen und Vögeln.