Tierlexikon: Drill

Drill im Tierpark Hellabrunn - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Drill im Tierpark Hellabrunn – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Mandrillus sphinx
Verbreitung kontinental:
Afrika
Verbreitung regional:
Kamerun, Äquatorialguinea, Nigeria
Lebensraum:
Wälder
Gattung:
Backenfurchenpaviane
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: stark gefährdet

Der Drill lebt in Haremsgruppen von bis zu 25 Tieren, die aus einem dominanten Männchen, mehreren Weibchen und deren nicht geschlechtsreifem Nachwuchs besteht. Manchmal schließen sich die Gruppen auch zu losen Verbänden zusammen, die dann ein bis zu 200 Köpfe starke Horde bilden. Er ist tagaktiv verbringt sein Leben hauptsächlich auf dem Erdboden, nur selten klettert er in die unteren Schichten der Bäume. Zudem verlässt er so gut wie den Schutz des Waldes.
Der Drill ähnelt im Aussehen stark seinem nächsten Verwandten dem Mandrill, hat aber nicht dessen bunte Gesichts- und Gesäßfärbung. Das schwarz glänzende Gesicht und die weiße Fellcorona um sein Gesicht machen ihn aber auf seine Weise ebenso schön. Besonders auffällig und bedrohlich sind die langen, dolchartigen Eckzähne der Drillmännchen. Das Gähnen bei dem diese mächtigen Zähne entblößt werden, dient der Abschreckung und wird deshalb auch „Drohgähnen“ genannt. Neben dieser Drohgebärde bedient sich die Affenart auch noch eines regelmäßigen Aufstampfens mit den Vorderpfoten. Es soll einen Kampf und daraus folgende Verletzungen bereits im Voraus verhindern. Als Gegner ist der Drill gefürchtet, selbst ausgewachsene Leoparden gehen einem männlichen Drill aus dem Weg. Die Männchen werden deutlich größer und mit etwa 20 Kilo fast doppelt so schwer wie die Weibchen. Der Drill hat nur einen Stummelschwanz, was ihn als Bodenbewohner auszeichnet, da ein langer Schwanz hauptsächlich als Balancierehilfe beim Klettern dient.
Der Drill ist ein Allesfresser, dessen Speiseplan sehr breit gefächert ist. So frisst er neben Früchten, jungen Trieben und Pilzen auch Insekten und Termiten. Selbst kleinere Wirbeltiere, wie etwa Echsen oder Vögel sind vor ihm nicht sicher.
Beim Drill bekommen die Weibchen mit knapp vier Jahren ihren ersten Nachwuchs, danach können sie jedes Jahr wieder schwanger werden. Nach einer Schwangerschaft, die etwa ein halbes Jahr dauert kommt in der Regel ein Jungtier zur Welt. Der Nachwuchs wird dann etwas über ein Jahr lang gesäugt.
Der Drill gehört zu den gefährdetsten Affenarten Afrikas., was in erster Linie mit der rasanten Zerstörung des Regenwaldes in Kamerun zusammenhängt. Er wird allerdings auch stark gejagt, da man seinem Fleisch einen schmackhaften, süßlichen Geschmack nachsagt. Man geht von einem momentanen Wildbestand aus, der nicht mehr als 3.000 Tiere stark sein dürfte.