Tierlexikon: Eiderente

Eiderentenmännchen im Raritätenzoo Ebbs 2011 – Foto:M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Somateria mollissima
Verbreitung kontinental:
Europa, Amerika, Asien
Verbreitung regional:
Österreich, Weißrussland, Belgien, Bulgarien, Kanada, Tschechien, Dänemark, Estland, Färöer, Finnland, Frankreich, Deutschland, Grönland, Island, Irland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Mazedonien, Niederlande, Norwegen, Polen, Rumänien, Russland, Saint Pierre und Miquelon, Slowakei, Slowenien, Spanien, Svalbard und Jan Mayen, Schweden, Schweiz, Ukraine, USA, England, Schottland, Nordirland, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Georgien, Griechenland, Ungarn, Israel, Japan, Luxembourg, Montenegro, Portugal, Serbien, Türkei
Lebensraum:
Ufer- und Küstenbereiche
Gattung:
Eiderenten
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Die Eiderente lebt in großen Scharen, die mehrere tausend Tiere umfassen können. Sie ist tagaktiv und lebt in den nördlicheren Regionen der Welt. Die Populationen, in deren Verbreitungsgebiet das Meer nicht eisfrei bleibt, ziehen über den Winter etwas südlicher. Sie ist meist an Meeresküsten zu finden.
Typisch für die Art ist der hohe Schnabelansatz, der beinahe an der Stirn ansetzt und die, ebenfalls am Schnabel, seitlich tief reichende Befiederung. Die Geschlechter sind deutlich an der Gefiederfärbung zu unterscheiden, während die Männchen auffällig weiß-schwarz gezeichnet sind, haben die Weibchen ein schlicht braunes Gefieder. Die Eiderente ist ein guter Schwimmer und Taucher, sie ist in der Lage länger als eine Minute unter Wasser zu bleiben und etwa sechs Meter tief zu tauchen. Dabei benutzt sie ihre Flügel als Flossen. In Einzelfällen konnten allerdings auch schon Tauchtiefen von über 50 Metern dokumentiert werden. Als Meeresbewohner hat die Eiderente eine Drüse an der Stirn, mit der sie über das Meerwasser aufgenommenes Salz wieder ausscheiden kann.
Die Eiderente ist ein Fleischfresser. Sie ernährt sich von Insekten, Schnecken. Muscheln und Krebstieren. Manchmal ist auch Fisch Bestandteil des Speiseplans. Meist geht die Eiderente unter Wasser auf Beutezug. Sie frisst ihre Beute mit Haus und Schale, diese werden dann in ihrem muskulösen Magen, einem sogenannten „Kaumagen“ zerquetscht und später in einem „Speiballen“ wieder ausgeschieden.
Die Eiderente brütet in großen Kolonien. Das Männchen verlässt das Weibchen nach der Begattung und kümmert sich anschließend weder um sie noch um seinen Nachwuchs. Das Weibchen baut sein Nest in Gewässernähe in einer Erdmulde, die es mit eigenen Daunen auspolstert. Dann legt es bis zu sechs Eier, die es einen knappen Monat lang ausbrütet. Nach dem Schlupf kümmert sich die Mutter noch knapp drei Monate um den Nachwuchs, ehe dieser selbstständig wird.

Die Eiderente und der Mensch

Die Eiderente ist schon seit sehr langer Zeit für ihre überaus weichen Daunen bekannt. Diese Eigenschaft hat sich sogar in ihrem Namen niedergeschlagen, ihr lateinischer Name bedeutet übersetzt „Die Allerweichste mit dem schwarzen Körper“. Deshalb wurde die Eiderente bereits seit dem zehnten Jahrhundert massiv gejagt, doch heute ist die Jagd auf diese Entenart nur noch in Russland und einigen skandinavischen Ländern erlaubt. Teilweise steht sie sogar unter strengem Schutz. Man sammelt man aber immer noch, besonders in Island, die Daunen von verlassenen Nestern ab um sie als Füllstoff für Bettdecken Kissen zu nutzen.

Unterarten der Eiderente

Die Eiderente wird in sechs Unterarten aufgeteilt, die nach äußerlichen Merkmalen und auch nach ihrem Verbreitungsgebiet unterschieden werden.

Somateria mollissima borealis
arktischer Nordatlantik
Männchen hat einen orangegelben Schnabel und das Weibchen ist eher rot-braun

Somateria mollissima dresseri
nördliche Atlantikküste Nordamerikas von Labrador bis Maine
breite, abgerundete Schnabelspitze

Somateria mollissima faeroeensis
Färöer
kleinste Unterart, Weibchen ist etwas dunkler

Somateria mollissima sedentaria
Hudson-Bay, Kanada
Weibchen ist eher grau-braun

Somateria mollissima v-nigrum
Nordpazifik bis in die Arktis
größte Unterart, Männchen haben eine V-Zeichnung an Kinn und Kehle

Somateria mollissima mollissima
restliches Verbreitungsgebiet
Stammform