Tierlexikon: Elch

Aufgenommen im Tierpark Hellabrunn 2013 – Foto:M:Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Alces alces
Verbreitung kontinental:
Europa, Asien, Amerika
Verbreitung regional:
Weißrussland, China, Kroatien, Tschechien, Estland, Finnland, Deutschland, Ungarn, Kasachstan, Lettland, Litauen, Moldawien, Mongolei, Norwegen, Polen, Rumänien, Russland, Slowakei, Schweden, Ukraine, Kanada, USA
Lebensraum:
Laub-Nadelholz-Mischwälder und Sumpfgebiete
Gattung:
Alces
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Elche leben als Einzelgänger, die sich nur manchmal in strengen Wintern zu losen Gruppen zusammen finden. Sie sind die größte lebende Hirschart, ihr nächster Verwandter ist aber lustigerweise das kleine Reh und nicht der große Rothirsch. Der Elch kann bis zu drei Meter lang und ebenso knapp drei Meter groß werden. Mit einem Gewicht von maximal 800 Kilo ist er auch die schwerste Hirschart. Auch sein Geweih gehört zu den Superlativen unter den Hirschen, mit bis zu zwei Metern Spannweite und knapp 40 Kilo Gewicht kann es schwerer werden als ein ganzes erwachsenes Reh. Es wächst knapp drei Zentimeter am Tag ehe es nach der Brunftzeit abgeworfen wird.
Der Elch hat sich gut an seinen Lebensraum angepasst. Seine langen Beine und breiten Hufen ermöglichen es ihm in Sümpfen und Tiefschnee zu wandern. Es ist ihm sogar möglich in Gegenden mit einer über einen Meter hohen, geschlossenen Schneedecke zu überleben. Sein Körper kann Temperaturen von bis zu -50°C ohne Probleme ertragen, ist die Umgebungstemperatur allerdings zu hoch so leiden die Tiere unter Hitzestress und wandern in höher gelegene Gebiete, wobei sie steile Hänge meiden. Ihre „Wohlfühltemperatur“ liegt zwischen 10°C und -20°C. Elche sind ausgezeichnete Schwimmer, es wurden Tiere beobachtet, die ganze Meeresarme durchschwommen haben.
Der Speiseplan des Elch verändert sich mit den Jahreszeiten, sogar sein Verdauungssystem stellt sich dann um. Im Frühjahr und Sommer werden hauptsächlich eiweißreiche Knospen, Kräuter, Wasserpflanzen und Pflanzentriebe gefressen. Im Herbst und Winter ernährt er sich dann von Laub- und Nadelzweige, sowie Baumrinde. Um an sein Fressen zu gelangen nutzt er seine vergrößerte Oberlippe, die Muffel genannt wird, wie eine Greifhand (eine ähnliche Funktion wie der Rüssel des Tapirs).
Fressfeinde des Elchs sind vor allem Wölfe, gegen die sie sich aber effektiv mit kräftigen Tritten zur Wehr setzen können. Diese Abwehrmaßnahmen können auch Menschen gefährlich werden, deshalb werden in Zoos strenge Sicherheitsmaßnahmen eingehalten. Zudem wird die Art selten in zoologischen Einrichtungen gehalten, da sie sich als äußerst heikle und anspruchsvolle Pfleglinge erwiesen haben.

Elche in Deutschland?

Während den Eiszeiten lebten Elche in den Hochmooren und Tundren der Alpen. Doch der Klimawechsel machte dieser deutsch/österreichischen Population den Gar aus. Im Nordosten Deutschlands gab es allerdings Elche, die auch danach noch hier lebten, diese wurden allerdings vor etwa 200 Jahren ausgerottet. In der heutigen Zeit wandern aber immer wieder Tiere über die deutsch/polnische und deutsch/tschechische Grenze ein, ohne hier sesshaft zu werden.

Unterarten des Elchs

Manchmal werden Elche in mehrere Unterarten eingeteilt, die sich auf die regionale Verbreitung beziehen. Doch meist wird, wenn überhaupt, nur von einer Unterart gesprochen: Dem amerikanische Elch (alces americanus), auch Moose genannt. Die IUCN nennt den Elch und den amerikanischen Elch, der Catalogue of Life nur den Elch.