Tierlexikon: Elenantilope

Elenantilope im Tierpark Hellabrunn - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Elenantilope im Tierpark Hellabrunn – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Taurotragus oryx
Verbreitung kontinental:
Afrika
Verbreitung regional:
Botswana, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Kenia, Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Ruanda, Südafrika, Südsudan, Swasiland, Tansania, Uganda, Sambia und Simbabwe
Lebensraum:
lichter Wald, Buschland und offenes Gelände und Halbwüste bis in 4.500 m Seehöhe
Gattung:
Elenantilopen
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Elenantilopen wandern in Gruppen von bis zu mehreren hundert Tieren immer Futter und Wasser hinterher. In der Regel besteht eine Herde aus einem Bullen und mehreren Kühen, sowie deren Nachwuchs, gesellt sich aber ein anderen geschlechtsreifer Bulle zu der Gruppe, werden Rangkämpfe ausgetragen, die zu schlimmen Verletzungen führen können. Dem Unterlegenen wird allerdings gestattet in der Gruppe zu bleiben. Oft schließen sich die Herden mit Zebraherden zusammen. Sie fressen hauptsächlich Blätter, junge Triebe und Gräser. Bei den Elenantilopen haben beide Geschlechter stattliche, am unteren Ende gewundene, Hörner und die Männchen tragen einen Haarschopf dazwischen. Dieser Haarschopf dient zur Reviermarkierung und wird als Pinsel benutzt um Schlamm, der mit Sekreten vermischt wurde auf Bäumen aufzutragen. Die Brunftzeit der Elenantilopen wird von den Einheimischen „Ukali“ genannt, dann sind die Bullen sehr aggressiv. Obwohl sie bis zu eine Tonne schwer werden können, sie gehören damit zu den schwersten Antilopen, sind sie gute Springer. Ihre Augen sind nicht die besten, dafür hören und riechen sie ausgezeichnet. Die Elenantilope ist ein sehr stilles Tier, sollte sie einmal einen Laut geben, so grunzt oder schnaubt sie. Markant ist die Hautfalte, welche vom Hals über den Bauch bis zum Hinterteil reicht. Auf der Flucht vor einem Raubtier können sie für kurze Zeit Spitzengeschwindigkeiten von knapp 100 km/h erreichen.

Die Elenantilope und ihr Nachwuchs

Elenantilopen verstecken ihre Jungen die erste Zeit nach der Geburt in hohem Gras oder einem Gebüsch, dann ziehen mit der Herde. Während die Muttertiere grasen werden die Kleinen in der Mitte in einer Art Kindergarten umringt und somit geschützt. Wenn kleinere, allein jagende Raubtiere, wie Geparden oder Leoparden die Jungtiere angreifen gehen Elenantilopen sehr aggressiv zum Gegenangriff über.

Die Elenantilope und das Leben in den Extremen

Elenantilopen wandern auf Höhen von bis zu 4.500 Meter, es wurden am Kilimandscharo sogar Hufspuren in 4.700 Metern Höhe gefunden. In diesen Höhen fällt sogar Schnee, sie keine Probleme haben. Gegen die Hitze hat die Elenantilope einen erstaunlichen Schutzmechanismus entwickelt, sie kann ohne gesundheitliche Probleme ihre Körpertemperatur um bis zu 7 °C steigern um nicht beim Schwitzen unnötig Wasser zu verlieren. Sie können wochenlang ohne Trinkwasser auskommen und währenddessen Flüssigkeit aus der Nahrung aufnehmen. Finden sie kein Futter, graben sie auch mit den Vorderläufen Wurzeln aus, oder brechen mit den Hörnern höher liegende Äste mit Blättern ab.

Die Elenantilope und der Mensch

Da die Elenantilope ein sehr schmackhaftes Fleisch besitzt, wird sie in Afrika immer noch stark bejagt. Bemühungen von Forschern und Tierschützern, den Einheimischen den wirtschaftlichen Nutzen der Elenantilope als Haustier näher zu bringen, tragen zur zeit noch keine Früchte. Obwohl ihre Vorzüge durchaus erwähnenswert sind. Sie schonen etwa die Weidefläche in großem Maße mehr als Rinder und sie geben eine schmackhafte und fettreiche Milch. In der Ukraine werden schon Elenantilopenherden als Nutztiere gehalten. Dass man die Tiere mit Rindern kreuzen kann gehört ebenso ins Reich der Legenden, wie die magische Heilkraft der Milch. Bei den alten Ägyptern und Nubiern war die Elenantilope oft auf Wandzeichnungen und Denkmälern abgebildet. Die Welterstzucht in einem Zoo schaffte vermutlich der Zoo Frankfurt im Jahre 1863, bald danach kam 1872 in Berlin ebenfalls ein Kalb zur Welt.