Tierlexikon: Emu

Emu im Raritätenzoo Ebbs 2012 – Foto: M. Schmid / zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Dromaius novaehollandiae
Verbreitung kontinental:
Australien
Verbreitung regional:
Australien
Lebensraum:
Heideland und Eukalyptuswälder
Gattung:
Emus
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: gering gefährdet

Eigentlich leben Emus als Einzelgänger, auf Nahrungssuche können sie sich allerdings zu großen Herden von bis zu 70.000 Tieren zusammenschließen.
Der Emu ist nach dem Afrikanischen Strauß der zweitgrößte Vogel der Welt. Der Emu hat zwar immer noch Flügel, kann aber schon seit Urzeiten nicht mehr fliegen. Heute sind seine Flügel nur Stummel und unter dem Gefieder fast nicht mehr zu erkennen. Die Geschlechter sind optisch kaum zu unterscheiden. Normalerweise schreitet der Emu gemütlich dahin, wenn es allerdings drauf ankommt kann er bis zu 50 km/h schnell laufen. Zudem gilt er als guter Schwimmer, es wurden bereits schwimmende Tiere bis zu drei Kilometer vor der Küste beobachtet. Emus geben Laute von sich, die einem Trommeln ähneln, sie erzeugen diese mit einem Luftsack im Hals. Ansonsten zischen oder grunzen sie, wobei sie prinzipiell sehr stille Vögel sind.
Der Emu ist ein Allesfresser, der sich allerdings vorrangig von Pflanzen ernährt. So stehen auf seinem Speiseplan neben Gräsern, Kräutern, Früchten und Beeren auch Insekten, wie etwa Raupen. Da sie mit ihren Schnäbel nicht kauen können, schlucken sie gelegentlich Steine um die Nahrung im Magen zusätzlich zu zerkleinern. Emus benötigen sehr viel Wasser und müssen täglich trinken.
Die Brut und Jungenaufzucht ist bei den Emus Männersache. Der Hahn begattet zur Fortpflanzungszeit jedes Weibchen, das sein Revier durchquert und bekommt im Gegenzug kräftig grüne Eier in sein Nest, welches stets im Schatten angelegt wird, gelegt. Pro Brut können das bis zu zehn Stück sein, die jeweils über ein halbes Kilo wiegen. Nach etwa zweimonatigem Brüten, während dem der Hahn bis zu fünf Kilo Gewicht verliert schlüpfen die schwarz-weiß gestreiften Küken.
Der Emu ist bei den Menschen in seiner Heimat nicht gerne gesehen und wird verstärkt gejagt, da sie in Gruppen auf Feldern große Schäden anrichten können. Allerdings profitieren sie auch von den künstlichen Wasserstellen, die als Viehtränken angelegt wurden. Die beiden anderen Arten der Gattung lebten auf zwei unterschiedlichen Inseln und wurden bereits im 19.Jahrhundert vollständig ausgerottet. Der lateinische Name bedeutet übersetzt soviel wie „Schnellfüßiger Neu-Holländer“. Der Emu ist als Schildträger neben dem Roten Riesenkänguru auf dem Wappen Australiens verewigt. Zudem ist er auf die australische 50-Cent-Münze geprägt. Die australische Reiterbrigarde schmückten früher ihre Hüte mit einer Emufeder.

Der „Emukrieg“

Im Jahre 1932 wanderten in den heißen Sommermonaten geschätzte 20.000 Emus auf die, im Bundesstaat Western Sahara gelegene, Stadt Campion zu. Von der großen Gruppe verunsichert, riefen die Bewohner in großer Sorge um ihre Weizenfelder das australische Militär zu Hilfe. Mit Maschinengewehren wollte man den unerwünschten Vögeln den Gar aus machen. Der Versuch endete in einem Desaster. Die ersten Gewehrsalven töteten nur wenige Tiere, während die anderen panisch durcheinander liefen und flüchteten. Obwohl immer wieder Emus getroffen wurden, so verendeten nur die Wenigsten. Nach etwa einer Woche brach das Militär die Aktion mit der offiziellen Zahl von nur wenigen hundert getöteten Tieren ab, hinter vorgehaltener Hand sprach man sogar von nur zwölf (!) toten Emus.
Als Folge wurde ein etwa 1.000 Kilometer langer Zaun errichtet, der noch heute existiert und neben den Emus auch erfolgreich den Dingo fern hält.

Der Emu im Glauben der Aborigines

In der Sagenwelt der Ureinwohner Australiens, war der Emu eine von drei Schwestern, die am Anbeginn der Zeit auf der Erde flogen. Während zwei der Schwestern die Erde nach einer Zeit wieder verließen, blieb der Emu hier. Die Emu wird deshalb als Erdmutter bezeichnet.

Unterarten des Emu

Der Emu wird in drei Unterarten aufgeteilt, die nach ihrem Verbreitungsgebiet und ihrem Aussehen unterteilt werden.

Dromaius novaehollandiae diemenensis
hatte eine komplett weiße Kehle, gilt als ausgestorben
Tasmanien

Dromaius novaehollandiae rothschildi
hat das dunkelste Gefieder aller Emu-Unterarten
südwestliches Australien

Dromaius novaehollandiae novaehollandiae
Stammform, bekommt eine weiße Halskrause während der Paarungszeit
ganz Australien