Tierlexikon: Erdmännchen

Aufgenommen im Tierpark Hellabrunn 2013 – Foto:M.Schmid/zoogast.de

Allgemein:
wissenschaftlicher Name:
Suricata suricatta
Verbreitung kontinental:
Afrika
Verbreitung regional:
Angola, Namibia, Botswana, Lesotho, Südafrika
Lebensraum:
Savannen und Halbwüsten
Gattung:
Suricata
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Erdmännchen leben in großen Kolonien von bis zu 30 Tieren. Innerhalb der Gruppe zählen die Weibchen weit mehr als die Männchen. Das ranghöchste Männchen, es steht immer noch unter dem rangniedrigsten Weibchen, darf sich als einziges Fortpflanzen. Nachts schlafen alle zusammen eng aneinander gekuschelt in der zentralen Schlafhöhle .
Sie leben in verlassenen Erdhöhlen, die sie von anderen Tierarten übernehmen und selbst weiter ausbauen. Das Erdmännchen kann während des Grabens seine Ohren verschließen, wodurch verhindert wird, dass Sand eindringt.
Tagsüber teilt die Gruppe die Aufgaben untereinander auf. Es gibt Jäger und Wächter. Die Wächter zeigen das charakteristische Verhalten, das den Erdmännchen ihren Namen gab. Sie stellen sich auf die Hinterbeine und beobachten die Umgebung. Sollte sich ein Fressfeind nähern, am gefährlichsten werden ihnen Greifvögel, stoßen sie differenzierte Töne aus, an denen die anderen Gruppenmitglieder erkennen können welcher Feind angreift.
Um den Nachwuchs kümmert sich die ganze Gruppe. Den Jungtieren wird das Fangen und Töten der Beute schrittweise beigebracht. Zunächst dürfen die Kleinen z.B. mit einem bereits erlegten Skorpion spielen, nach ein paar Wochen bekommen sie dann einen noch lebenden Skorpion vorgesetzt, dem allerdings der Giftstachel heraus gerissen wurde. Und viel später, wenn die Jungen das Töten eines solchen Tieres oft bei den erwachsenen Erdmännchen gesehen haben, wird ihnen ein wehrfähiger Skorpion vorgesetzt.
Nach einiger Zeit wechseln die Erdmännchengruppen ihre Behausungen, da die Nahrung im Umfeld der Höhlen verbraucht ist. Bei diesen Umzügen verlieren die Gruppen die meisten Mitglieder, da sie nicht in schützenden Höhlen verschwinden können. Haben sie einen neuen Bau gefunden markieren sie ihn stark mit Urin um andere Erdmännchen auf Distanz zu halten.
Der englische Name des Erdmännchens ist „Meerkat“, was jedoch nicht s mit der Affenart der Meerkatzen zu tun hat.

Erdmännchen im Zoo

Gehege für Erdmännchen müssen absolut ausbruchssicher angelegt werden, da sich die Tiere sonst immer Wege in die Freiheit suchen. Selbst einem renommierten Zoo wie dem in Leipzig entflohen die Tiere 2001 aus einer nagelneuen Anlage. Sie stromerten dann im ganzen Zoo umher und verließen das Areal sogar gelegentlich. Allerdings kehrten sie zur Fütterungszeit immer wieder in ihr Gehege zurück. Man konnte dann bald alle Löcher schließen und heute ist es den Tieren nicht mehr möglich zu entkommen.

Gefahren für und durch das Erdmännchen

Da Erdmännchen keinen großen Anspruch an ihren Lebensraum stellen und nicht sonderlich bejagt werden sind sie nicht gefährdet. Wenn sie mit ihren Bauten nicht das Farmland untergraben, werden sie von den Menschen sogar als Nützling gesehen, da sie Schädlinge fressen. Allerdings können sie auch Tollwut übertragen. Es gibt dokumentierte Fälle von Menschen die gebissen und infiziert wurden.