Tierlexikon: Europäischer Damhirsch

Damwild mit Kitz im Wildpark Ortenburg - Foto:M.Schmid/zoogast.de

Damwild mit Kitz im Wildpark Ortenburg – Foto:M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Dama dama
Verbreitung kontinental:
Europa, Amerika, Afrika, Neuseeland
Verbreitung regional:
Türkei, Argentinien, Österreich, Weißrussland, Belgien, Kanada, Chile, Tschechien, Dänemark, Estland, Fidschi, Finnland, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Irland, Lettland, Litauen, Luxembourg, Moldawien, Niederlande, Neuseeland, Norwegen, Peru, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Slowakei, Südafrika, Spanien, Schweden, Schweiz, Ukraine, England, Schottland, Wales, Nordirland, USA, Uruguay, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Zypern, Griechenland, Italien, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Slowenien
Lebensraum:
Wälder
Gattung:
Dama
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Der Europäische Damhirsch lebt in Rudel von bis zu 100 Tieren und ist ein sehr scheues Tier. Meistens sind diese Gruppen außerhalb der Brunftzeit nach Geschlechtern getrennt, nur alte männliche Tiere leben gelegentlich als Einzelgänger. Er ist tagaktiv und bevorzugt Wälder, die nahe unbewaldeten oder landwirtschaftlichen Flächen liegen. Sie haben feste Brunftplätze, die sie über Jahre hinweg nicht wechseln.
Typische Merkmale des Europäischen Damhirschs sind das schaufelartige Geweih und das weiß gefleckte Fell. Er ist deutlich größer als das Europäische Reh, aber auch deutlich kleiner und leichter als das Rotwild. Alle seine Sinne sind sehr stark ausgebildet. Nur den männlichen Europäischen Damhirschen wächst ein Geweih, das hauptsächlich bei Rangkämpfen zur Brunftzeit eingesetzt wird.
Der Europäische Damhirsch geht meist in den Morgen- und Abendstunden auf Nahrungssuche. Dabei frisst er bevorzugt saftiges Gras, Kräuter, junge Triebe, Moose und Flechten sowie Eicheln und Kastanien, gelegentlich wird auch Baumrinde gefressen. Wenn die aufgenommene Nahrung sehr wasserreich ist, müssen sie manchmal Tage lang nicht trinken.
Die größten Bestände des Europäischen Damhirschs gibt es heute in Großbritannien.

Wie kommt der Damhirsch nach Europa?

Der Damhirsch kam ursprünglich nur in Klein- und Vorderasien vor. Doch bereits die Römer brachten ihn vor über 2000 Jahren als Jagdwild nach Europa. Aber auch die Herrscher des Mittelalters ließen sich Damhirsche in ihre Jagdreviere bringen. Später nahmen europäische Aussiedler die Tiere, ebenfalls als Jagdwild, mit in die neu entdeckten Länder. So kam der Europäische Damhirsch auch nach Nord- und Südamerika, Neuseeland, Afrika und auf einige Inseln im Pazifik.

Der Europäische Damhirsch und der Mensch

Europäisches Damwild wird gerne in Wildgehen und öffentlichen Parks gehalten. Sie gelten als leichte Pfleglinge und werden schnell zahm. Meist hält man sie gemeinsam mit anderen Arten, wie etwa dem Mufflon. Dürfen die Tiere gefüttert werden, können vor allem männliche Tiere dem Menschen gefährlich werden, da sie mit ihrem Geweih oft nach dem Fütternden stoßen. Mit diesen Aktionen zeigen die Tiere ihren Wunsch nach mehr Futter an, oder demonstrieren Futterneid gegenüber einem Artgenossen, der gerade gefüttert wird.