Tierlexikon: Fette Sandratte

Fette Sandratte im Tierpark Hellabrunn - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Fette Sandratte im Tierpark Hellabrunn – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Psammomys obesus
Verbreitung kontinental:
Afrika, Asien
Verbreitung regional:
Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libyen, Mauretanien, Marokko, Saudi Arabien, Sudan, Syrien, Tunesien
Lebensraum:
trockene und sandige Lebensräume
Gattung:
Sandratten
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Die Fette Sandratte lebt in großen Kolonien, die in sich in einzelne Familienverbände unterteilt sind, von denen jedes Tier seinen eigenen Bau beansprucht. Diese Baue können bis zu knapp einen Meter in die Erde reichen, sind unterirdisch miteinander verbunden und enthalten auch Kammern die als „Toilette“ oder Vorratsräume genutzt werden, damit die Fetten Sandratten bei großer Hitze nicht ins Freie müssen. Sie ist zwar tagaktiv, verlässt ihren Bau allerdings nur in den kühlen Stunden der Dämmerung.
Die Fette Sandratte kann bis zu 20 Zentimeter lang werden und einen 15 Zentimeter langen, behaarten Schwanz bekommen. Sie kann bis zu 200 Gramm schwer werden und hat große, schwarze, mandelförmige Augen. Ein Unterschied zwischen Männchen und Weibchen ist optisch nicht zu erkennen.
Die Fette Sandratte ernährt rein vegetarisch. Auf dem Speiseplan stehen Samen und Gräser, aber auch sehr salzhaltige Pflanzen, wie etwa der Salzbusch. Diese Pflanze kann im trockenen Zeiten bis zu 30 Prozent Salz enthalten, welches die Fette Sandratte ohne Probleme verkraften kann. Ihre Niere kann bis zu achtzehnmal mehr Salz verarbeiten als eine menschliche Niere. Dafür hat sie mit Zucker ein großes Problem, wenn sie reinen Zucker zu sich nimmt, stirbt sie an Diabetes. Zudem benötigt sie kein Trinkwasser, sie kann ihren ganzen Flüssigkeitsbedarf über die Nahrung zu sich nehmen.
Bei der Fetten Sandratte bilden sich keine Paare. Nach der Paarung trennen sich die Partner sofort wieder. Das Weibchen bekommt nach einer Tragezeit von etwa einem Monat bis zu sieben Jungtiere, die es etwa einen Monat lang säugt, ehe der Nachwuchs selbstständig wird. Nur einen Monat später werden die Jungen dann schon geschlechtsreif und können dann bis zu dreimal pro Jahr Junge werfen.