Tierlexikon: Rosaflamingo

Rosaflamingos im Raritätenzoo Ebbs 2012 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Phoenicopterus roseus
Verbreitung kontinental:
Asien, Afrika, Europa
Verbreitung regional:
Afghanistan, Angola, Armenien, Aserbaidschan, Bahrain, Bangladesch, Botswana, Burundi, Kambodscha, Kap Verde, Komoren, Zypern, Dschibuti, Ägypten, Eritrea, Äthiopien, Frankreich, Gambia, Gibraltar, Griechenland, Guinea, Guinea-Bissau, Indien, Iran, Irak, Israel, Italien, Jordanien, Kasachstan, Kenia, Kuwait, Libanon, Libyen, Mazedonien, Madagaskar, Malawi, Malediven, Mauretanien, Mayotte, Marokko, Mosambik, Namibia, Nepal, Oman, Pakistan, Palästina, Portugal, Qatar, Russland, Sao Tomé und Principe, Saudi Arabien, Senegal, Seychellen, Sierra Leone, Slowenien, Somalia, Südafrika, Spanien, kanarische Inseln, Sri Lanka, Sudan, Syrien, Tansania, Tunesien, Türkei, Turkmenistan, Uganda, Vereinigte Arabische Emirate, Usbekistan, Western Sahara, Jemen, Sambia, Simbabwe, Österreich, Weißrussland, Belgien, Bulgarien, Kamerun, China, Kokosinseln, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Kroatien, Tschechien, Dänemark, Äquatorialguinea, Finnland, Deutschland, Ungarn, Kirgistan, Lettland, Lesotho; Malta; Mauritius, Mongolei, Montenegro, Niger, Norwegen, Polen, Réunion, Rumänien, Serbien, Slowakei, Swasiland, Schweden, Schweiz, Tadschikistan
Lebensraum:
flache Lagunen und Salzseen
Gattung:
Phoenicopterus
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Der Rosaflamingo lebt in großen Kolonien, die zehntausende von Tieren umfassen können. die südliche lebenden Kolonien bleiben das ganze Jahr an ihrem angestammten Platz, während die nördlicheren Kolonien den Winter in Afrika verbringen. Die Rosaflamingos, die mehr als 500 Kilometer nördlich des Mittelmeers leben sind in der Regel Gehegeflüchtlinge und verlassen spätestens im Herbst diese Gebiete, wobei nicht sicher ist, dass sie zurück kehren. Die nördlichste dokumentierte Standkolonie lebt in NRW am Zwillbroker Venn gemeinschaftlich mit einer größeren Kolonie von Kubaflamingos.
Der Rosaflamingo hat im Gegensatz zu den anderen Arten seiner Gattung die wenigsten roten Gefiederteile. Das Intensität des Rosas seines Gefieders, hängt immer mit dem Anteil roter Farbstoffe in ihrem Futter zusammen. In Zoos ist man dazu übergegangen den Zoos Paprikapulver unter das Futter zu mischen, um eine satte Gefiederfärbung sicher zu stellen. Da der Flamingo über seine unbefiederten Beine die meiste Wärme abgibt, sieht man ihn oft auf einem Bein stehen. Wobei er nicht friert, sondern Energie spart.
Der Rosaflamingo ist ein Allesfresser. Auf seinem Speiseplan stehen neben Mückenlarven und kleinen Krebsen auch Algen. Der Rosaflamingo siebt seine Nahrung sozusagen aus dem Wasser. Hierbei taucht er seinen Schnabel in flaches Wasser und presst das Wasser mit der Zunge durch ein feines Lamellensystem im Schnabel.
Der Rosaflamingo baut in Ufergebieten oder auf kleinen Inseln einen bis zu knapp einen halben Meter hohen Schlammkegel mit einer Nestmulde in der Mitte. Diese Bauweise sichert dem Vogel die Nähe zum Wasser und schützt das Ei vor Hochwasser. Das Weibchen legt dann bis zu zwei Eier, meist jedoch nur eines in die Nestmulde und beide Partner brüten es dann etwa einen Monat lang aus. Ist das Jungtier geschlüpft ernährt es sich zunächst von den Dotterresten des Eies, ehe es von beiden Elternteilen mit einer milchartigen Flüssigkeit, die im Kropf produziert wird, die sogenannte Kropfmilch, gefüttert wird. Nach etwa zwei Monaten wird es dann selbstständig.
Alle Arten von Flamingos waren von jeher beliebte Zoo- und Ziervögel. Jedoch wurden sie bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts immer in der Wildnis gefangen, da es nicht gelang in Gehegehaltung nachzuzüchten. Der erste in einem Zoo geborene Flamingo war dann im Jahre 1963 ein Rosaflamingo im Zoo Berlin. Im Alten Rom waren Flamingozungen bei den gehobeneren Schichten als Delikatesse beliebt.