Tierlexikon: Gänsegeier

Aufgenommen im Raritätenzoo Ebbs 2012 – Foto:M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Gyps fulvus
Verbreitung kontinental:
Asien, Europa, Afrika
Verbreitung regional:
Afghanistan, Albanien, Algerien, Armenien, Österreich, Aserbaidschan, Bhutan, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, China, Kroatien, Zypern, Tschechien, Ägypten, Eritrea, Äthiopien, Frankreich, Georgien, Gibraltar, Griechenland, Indien, Iran, Irak, Israel, Italien, Jordanien, Kasachstan, Kuwait, Kirgistan, Libanon, Mazedonien, Mali, Mauretanien, Mongolei, Montenegro, Marokko, Nepal, Oman, Pakistan, Palästina, Portugal, Russland, Saudi Arabien, Senegal, Serbien, Slowenien, Spanien, Sudan, Südsudan, Syrien, Tadschikistan, Tunesien, Türkei, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan, Jemen, Bangladesch, Weißrussland, Belgien, Dänemark, Dschibuti, Estland, Finnland, Deutschland, Ungarn, Irland, Kenia, Lettland, Libyen, Malta, Niederlande, Niger, Polen, Slowakei, Schweiz, Togo, Vereinigte Arabische Emirate, Western Sahara
Lebensraum:
Bergregionen
Gattung:
Gänsegeier
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Der Gänsegeier lebt in losen Kolonien von bis zu 40 Paaren.
Der Gänsegeier hat den für Geier typischen Hakenschnabel, der sich perfekt zum Aufreißen eines Kadavers geformt ist, sich aber nicht für Jagd eignet. Auch der kahle Hals und Kopf sind bei Geiern üblich, da sich Federn an diesen Stellen Aas, Blut oder Maden festsetzen könnten und das zu Krankheiten führen kann. Geier haben nur dort ein Gefieder, wo sie es mit dem Schnabel reinigen können. Der Gänsegeier ist ein Segelflieger, der die Thermik nutzt und sehr lange Zeit in der Luft belieben kann ohne mit den Flügeln zu schlagen. Hierbei hilft ihm seine große Flügelspannweite von bis zu knapp drei Metern.
Der Gänsegeier ist ein Fleischfresser, der sich auf Aas spezialisiert hat. Er findet die meiste Nahrung in Form von toten Tieren, die in den Bergen abgestürzt sind. Er frisst nur Fleisch und Eingeweide, Knochen und andere Körperteile interessieren ihn nicht.
Der Gänsegeier lebt ein Leben lang treu, wenn sich ein Paar einmal gefunden hat. Zur Balz führen die Geschlechter sogenannte „Tandemflüge“ durch, bei denen ein Tier das andere exakt in seinen Flugbewegungen und -bahnen nachahmt. Er baut sein Nest mit einem Durchmesser von gut einem Meter und einer Höhe von knapp einem halben Meter in Felsnischen. Das Weibchen legt dann nur ein Ei, das beide Partner knapp zwei Monate lang ausbrüten. Die Jungvögel werden gut sieben Monate von den Eltern versorgt, ehe sie selbstständig werden.
Mit der zeitweisen Beseitigung von Tierleichen gerade in den europäischen Alpen, verdammte man den Gänsegeier zum Aussterben. In diesem Gebiet werden nun aufwendige Wiederansiedlungsprogramme durchgeführt. Der Gänsegeier hat auch Probleme sich an die neuen Begebenheiten in Europa anzupassen. So verenden etwa in Spanien jedes Jahr etliche Vögel an den Rotorblättern von Windkraftanlagen.

Der Geier als Gesundheitspolizei

Obwohl dem Geier ein eher negatives Image anhaftet, ist er doch ein sehr wichtiges Mitglied des Ökosystems. Indem sie die Kadaver verendeter Tiere fressen, minimieren sie das Risiko eines Seuchenausbruchs, der von einem verwesenden Lebewesen ausgehen könnte.

Unterarten des Gänsegeier

Indischer Gänsegeier – Gyps fulvus fulvescens
Indischer Subkontinent
etwas helles Gefieder als die Stammform

Westlicher Gänsegeier – Gyps fulvus fulvus
restliches Verbreitungsgebiet
Stammform