Tierlexikon: Gaukler

Gaukler aufgenommen im Raritätenzoo Ebbs 2011 - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Gaukler aufgenommen im Raritätenzoo Ebbs 2011 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Terathopius ecaudatus
Verbreitung kontinental:
Afrika, Asien
Verbreitung regional:
Angola, Benin, Botswana, Burkina Faso, Burundi, Kamerun, Zentralafrika, Tschad, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Dschibuti, Ägypten, Eritrea, Äthiopien, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kenia, Malawi, Mali, Mauretanien, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Ruanda, Saudi Arabien, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Südafrika, Südsudan, Sudan, Swasiland, Tansania, Togo, Uganda, Jemen, Sambia, Simbabwe, Irak, Israel, Lesotho, Liberia, Tunesien
Lebensraum:
Savannen, Halbwüsten und offene Waldlandschaften
Gattung:
Gaukler
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: gering gefährdet

Der Gaukler lebt paarweise, duldet aber Artgenossen, weshalb man oft ganze Gruppen am Himmel sehen kann. Er ist einer der wenigen Greifvögel, die fast den ganzen Tag damit verbringen am Himmel zu segeln.
Gaukler sind reine Fleischfresser. Seine Hauptbeute sind kleine Säugetiere, wie Buschbabys, Dikdiks, Hasen, Mäuse und Ratten. Aber auch Vögel, wie z.B. Perlhühner oder Reptilien, wie z.B. Schlangen stehen auf dem Speisezettel. Jungvögel werden auch gelegentlich mit Aas gefüttert. Bei der Jagd lässt sich der Gaukler wie ein Stein vom Himmel fallen und packt seine Beute mit den Krallen. Bei sehr langsamen Tieren, spart sich der Greifvogel allerdings den anstrengenden Sturzflug.
Gaukler leben in einer monogamen Paarbeziehung, die erst mit dem Tod eines der Vögel endet. Das Weibchen legt ein rot und weiß gesprenkeltes Ei, welches Männchen und Weibchen abwechselnd über etwa sechs Wochen ausbrüten. Der Gaukler hat damit die längste Brutzeit aller afrikanischen Greifvögel.
Die europäischen Siedler stellten dem Gaukler während der Kolonialzeit massiv nach und verringerten so die Bestände beträchtlich. Sie hielten ihn, ungerechtfertigter Weise, für einen Viehdieb. Der Gaukler ist aber immer noch relativ häufig, jedoch gehen im Süden des Kontinents die Bestände immer weiter zurück.

Der Flugakrobat

Der Gaukler verdankt seinen Namen, den kunstvollen und akrobatischen Flugmanövern, die er am Himmel vollführt. So schlägt er oft Saltos, lässt sich seitlich fallen, oder klatscht laut seine Flügel zusammen. Besonders das Balzritual eines Pärchens in der Paarungszeit ist sehr spektakulär: Das Weibchen legt sich hierbei auf den Rücken und Männchen und Weibchen verhaken ihre Krallen in einander, dann schlagen sie gemeinsam Saltos und drehen sich in alle Richtungen.
Ansonsten verbringt der Gaukler die meiste Zeit segelnd am Himmel und schlägt dabei nur selten mit den Flügeln. So kann er bis zu 80 km/h schnell werden und am Tag bis zu 500 Kilometer zurück legen.

Der Kriegervogel

Bei den Einheimischen galt der Gaukler immer als magisches Tier. In der Sprache der Nguni heißt er „Inggunggulu“, was übersetzt „Kriegervogel“ bedeutet. Die Afrikaner glaubten, dass die Vögel den Ausgang einer Schlacht vorsehen konnten. Ein Gaukler über dem Feind war ein Zeichen des sicheren Sieges, zog das Tier aber seine Kreise über dem eigenen Heer, so war eine vernichtende Niederlage zu erwarten.