Tierlexikon: Gewöhnlicher Totenkopfaffe

Totenkopfaffe im Tierpark Hellabrunn 2013 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Saimiri sciureus
Verbreitung kontinental:
Amerika
Verbreitung regional:
Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Französisch Guiana, Guyana, Suriname. Venezuela
Lebensraum:
überflutete Flusswälder und Sekundärwälder
Gattung:
Totenkopfaffen
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Gewöhnliche Totenkopfaffen leben in Horden von bis zu 30 Tieren, die aus mehreren Männchen, mehreren Weibchen und deren Nachwuchs bestehen. Innerhalb der Gruppe gibt es eine strenge Rangordnung, die mit aggressive und durchaus blutigen Kämpfen ermittelt wird.
Der Gewöhnliche Totenkopfaffe wird nicht einmal ein Kilo schwer. Sein Schwanz ist mit bis zu knapp einem halben Meter immer deutlich länger als der restliche Körper. Charakteristisch ist die weiße Gesichtszeichnung, die an einen Totenkopf erinnert und daher namensgebend war.
Der Gewöhnliche Totenkopfaffe ist ein Allesfresser, der zwar Früchte und Samen bevorzugt, aber bei Nahrungsknappheit auch Insekten und kleine Wirbeltiere nicht verschmäht. Den größten Teil des Tages verbringen die Tiere auf Nahrungssuche. Innerhalb der Gruppe herrscht ein großer Futterneid, was dazu führt, dass besonders die dominanten Tiere der Gruppe, den anderen das Fressen abjagen. Der Gewöhnliche Totenkopfaffe ist ein sehr geschickter Jäger, der in der Lage ist kleine Vögel im Sprung zu fangen.
Gewöhnliche Totenkopfaffen haben mit einem Verhältnis von 1:17 das größte Gehirn aller Primaten. Selbst der Mensch kommt da nicht ran, unser Gehirn hat ein Verhältnis von 1:35 zum restlichen Körper. In den 1970er Jahren war es üblich diese Affen für Tierversuche und den Haustierhandel verstärkt zu fangen, mittlerweile geschieht das kaum noch, lediglich als Fleischlieferant werden sie noch gelegentlich gejagt. In den Verfilmungen der Bücher von Astrid Lindgren, wurde die afrikanische Meerkatze von Pippi Langstrumpf, Herr Nilson, erstaunlicherweise von einem Totenkopfaffen dargestellt.

Brauchen Totenkopfaffen eine Brille?

Wenn Totenkopfaffen fressen, kann man beobachten, dass sie ihr Futter immer wieder mit ausgestreckten Armen von sich weghalten und es dann genau von allen Seiten begutachtet. Das kommt daher, dass alle Totenkopfaffen von Natur aus weitsichtig sind.