Tierlexikon: Goldaguti

Aufgenommen im Raritätenzoo Ebbs 2011 – Foto:M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Dasyprocta leporina
Verbreitung kontinental:
Amerika
Verbreitung regional:
Brasilien, Französisch Guiana, Guyana; Suriname, Trinidad und Tobago, Venezuela, Dominica, Grenada, Amerikanische Jungferninseln
Lebensraum:
Regenwälder, Sümpfe, Baumsteppen und besiedelte Gebiete
Gattung:
Stummelschwanzagutis
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Das Goldaguti, gelegentlich auch Goldhase genannt, lebt in Familiengruppen von bis zu fünf Tieren. Die Gruppen bestehen aus einem Pärchen und dessen Nachwuchs. Die Pärchen sind strikt monogam und markieren ihr Revier mit Urin. Goldagutis sind tagaktiv, bevorzugen allerdings die Dämmerung für die Nahrungssuche. Die Nacht verbringen sie in selbst gegrabenen Bauten. Zur Verteidigung können die Tiere ihre Nackenhaare aufstellen, was sie in den Augen ihrer Feinde größer macht.
Goldagutis sind nahe Verwandte der Meerschweinchen. Sie laufen nur auf den Zehen, was es ihnen ermöglicht schnell und geschickt zu fliehen. Untereinander verständigen sich die Tiere mit Grunzlauten und Pfiffen. Für die Erkennung unter Artgenossen ist allerdings gegenseitiges Betasten wichtiger.
Goldagutis ernähren sich ausschließlich von Pflanzen, Samen und Früchten. Während die Tiere fressen setzen sie sich auf die Hinterbeine und halten ihr Futter zwischen den Vorderläufen. Dabei drehen sie jede Frucht immer wieder und schälen sie dabei mit den Zähnen. Das aufrechte Sitzen gibt ihnen einen guten Überblick und die Möglichkeit bei Bedarf schnell flüchten zu können. Goldagutis legen Vorratskammern an, die sie allerdings nur in schlechten Zeiten wieder plündern. Wenn so eine Nahrungskammer unangetastet bleibt, treiben die Samen aus, was das Goldaguti zu einem wichtigen Mitglied im Ökosystem macht.
Das Goldaguti hat ein ganz besonderes Paarungsritual. Das Männchen bespritzt das Weibchen mit Urin, was bei diesem schnelle Bewegungen auslöst, die einem Tanz ähneln.
Goldagutis werden von den Südamerikanern wegen ihres Fleisches gejagt, was bei starker Bejagung dazu führt, dass die Tiere nachtaktiv werden. Um Fressfeinden wie dem Ozelot aus dem Weg zu gehen, sieht man Goldagutis so gut wie nie auf offenem Gelände.