Tierlexikon: Graurücken-Trompetervogel

Graurücken-Trompetervogel im Raritätenzoo Ebbs 2011 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Psophia crepitans
Verbreitung kontinental:
Amerika
Verbreitung regional:
Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Französisch Guiana, Guyana, Peru, Suriname, Venezuela
Lebensraum:
dichte und feuchte Regenwälder
Gattung:
Trompetervögel
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Der Graurücken-Trompetervogel, auch Grauflügel-Trompetervogel genannt, lebt in Gruppen von bis zu 13 Tieren, die meist aus mehreren Weibchen und mehreren Männchen die untereinander nicht verwandt sind und deren Nachwuchs bestehen.Der Graurücken-Trompetervogel ist tagaktiv und verbringt die meiste Zeit auf dem Waldboden, nur zur Flucht und um zu schlafen fliegen sie auf Bäume.
Der Graurücken-Trompetervogel gilt als schneller und wendiger Läufer, der auch nicht wasserscheu ist. Zudem ist er sehr verspielt und nutzt die gegenseitige Reinigung des Gefieders zur Bindung innerhalb der Gruppe. Seinen Namen verdankt er, seinem trompetenden Ruf und der markanten Gefiederfärbung auf seinem Rücken.
Graurücken-Trompetervögel sind Allesfresser, die sich von Samen, Knospen und reifen Früchten genauso ernähren, wie von Insekten und kleinen Wirbeltieren.
Zur Fortpflanzungszeit führen die Graurücken-Trompetervögel kunstvolle Balztänze, die etwa aufwendige Luftsprünge beinhalten, auf. Innerhalb der Gruppe paart sich dann das dominate Weibchen mit mehreren Männchen und legt dann in einer, meist in über zehn Metern Höhe gelegenen, Baumhöhle bis zu vier Eier. Bei der Brut, die etwa einen Monat dauert, wechselt sich das Weibchen mit den Männchen ab. Nach dem Schlupf prägt sich dann jedes Küken auf ein anderes Gruppenmitglied, welches das Kleine für die nächsten drei Monate exklusiv versorgen wird. Danach sind die Jungtiere selbstständig, bleiben aber noch etwa ein Jahr bei der Gruppe, ehe sie diese verlassen. Dieses Aufzuchtverhalten stellt allerdings ein großes Problem bei der Zucht in der europäischen Gehegehaltung dar, weil die einzelnen Gruppenmitglieder mit denen auf sie geprägten Küken einen eigenen Rückzugsbereich benötigen. Da aber die Brut im europäischen Winter durchgeführt wird und die Graurücken-Trompetervögel, als nicht winterharte Vögel, während dieser Zeit meist in gemeinschaftlichen Innengehegen leben, ist die Absonderung oft nicht möglich, was letztlich dazu führt, dass die Prägung nicht stattfinden kann und die Küken verhungern.
Da sich der Graurücken-Trompetervogel sehr schnell an den Menschen gewöhnt, wird er in seinem Verbreitungsgebiet auch gerne als Haustier gehalten.

Unterarten des Graurücken-Trompetervogels

Der Graurücken-Trompetervogel wird in zwei Unterarten, die nach seinem Verbreitungsgebiet unterschieden werden unterteilt.

Psophia crepitans napensis
nordwestlich des Amazonas

Psophia crepitans crepitans
südöstlich des Amazonas