Tierlexikon: Grünflügelara

Grünflügelara im Raritätenzoo Ebbs – Foto:M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Ara chloropterus
Verbreitung kontinental:
Amerika
Verbreitung regional:
Argentinien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Französisch Guiana, Guyana, Panama, Paraguay, Peru, Suriname, Venezuela, Puerto Rico
Lebensraum:
Waldsavannen und Buschland
Gattung:
Eigentliche Aras
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Der Grünflügelara lebt als Paar in lebenslanger Monogamie, oder in kleinen Familienverbänden von bis zu zwölf Tieren. Stirbt ein Partner bei den Pärchen, verpaaren sich nur jüngere Grünflügelaras wieder, ältere sondern sich bald von der Gruppe ab und sterben vergrämt.
Beim Grünflügelara sind Männchen und Weibchen äußerlich nicht zu unterscheiden. Das hat wohl damit zu tun, dass er als Höhlenbrüter bei den Weibchen kein Tarngefieder benötigt. Grünflügelaras haben kurze und breite Flügel, die es ihnen ermöglichen, mit geschickten Manövern durch die Wipfel der Urwaldbaumriesen zu fliegen. Sie haben ein außerordentlich ruhiges Wesen. Oft werden Grünflügelaras mit anderen Ara-Arten vergesellschaftet, da sie selbst auf Papageien anderer Art beruhigend und streitschlichtend wirken. Zudem sagt man dem Grünflügelara nach sehr verspielt und neugierig zu sein.
Der Grünflügelara ist ein reiner Vegetarier. Auf der Suche nach seiner Hauptnahrung, die aus reifen Früchten und Samen mit harten Schalen, wie etwa Nüssen, besteht, legt der Grünflügelara lange Strecken zurück. Harte Schalen, wie etwa die der Paranuss, knacken sie mit ihren großen, massiven Schnäbeln ohne Probleme. Wobei sie die Nuss mit einem Fuss festhalten, während sie die Schale bearbeiten. Regelmäßig suchen Grünflügelaras sogenannte Lehmlecken auf, wo sie mineralreiche Erde fressen, um ihren Mineralhaushalt im Gleichgewicht zu halten.
Der Grünflügelara brütet in Baumhöhlen. Das Weibchen legt bis zu drei Eier, die es etwa einen Monat lang ausbrütet, während es dabei vom Männchen mit Nahrung versorgt wird. Ungefähr drei Monate nach dem Schlupf beginnen die Jungvögel dann zu fliegen, ehe sie wenige Wochen später selbstständig werden, aber meist in der Gruppe bleiben.
Der Grünflügelara ist eine der Vogelarten mit den höchsten Lebenserwartungen. Es wurden bereits Tiere mit mehr als 100 Jahren dokumentiert. Der Grünflügelara gilt als nicht gefährdet, leidet aber unter dem Verlust seines Lebensraumes und der Jagd für den Haustierhandel. In Deutschland dürfen die Vögel heute nur noch mit staatlicher Genehmigung gehalten werden.

Die Papageienstraße

In den frühen Zeiten der Papageienhaltung wurden Aras oft in sogenannten Papageienstraßen ausgestellt. Hierbei band man die Vögel morgens mit einem Fußring an hohe Ständer, wo sie den ganzen Tag auf einem halbrunden Querbalken sitzen mussten, ehe man sie am Abend wieder in ihre Nachtquartiere brachte. Während andere Ara-Arten hierbei bald Verhaltensauffälligkeiten, wie etwa das Ausrupfen der eigenen Federn, zeigten, waren die Grünflügelaras hier leidensfähiger. Allerdings trug dies dazu bei, dass sie vermehrt auf diese tierquälerische Weise gehalten wurden. Glücklicherweise wurde diese Art der Papageienhaltung bereits vor vielen Jahren verboten.