Tierlexikon: Habichtskauz

Habichtskauz im Vogelpark Irgenöd - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Habichtskauz im Vogelpark Irgenöd – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Strix uralensis
Verbreitung kontinental:
Europa, Asien
Verbreitung regional:
Albanien, Österreich, Weißrussland, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, China, Kroatien, Tschechien, Estland, Finnland, Deutschland, Ungarn, Italien, Japan, Kasachstan, Südkorea, Nordkorea, Lettland, Litauen, Mazedonien, Mongolei, Montenegro, Norwegen, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Ukraine
Lebensraum:
Nadel- und Mischwälder
Gattung:
Käuze
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Der Habichtskauz ist ein Einzelgänger, der jedoch kein allzu großes Revier beansprucht. Er bevorzugt keine besondere Tageszeit zur Jagd und it im Gegensatz zu den meisten Eulen auch des öfteren am Tage unterwegs.
Der Habichtskauz hat im Gegensatz zu anderen Eulen sehr kleine Augen, was daran liegt, dass er nicht sonderlich nachtaktiv ist. Allerdings sind sie typisch für Eulen starr nach vorne gerichtet. Das Gefieder weist an der Unterseite eine Färbung auf, die der von jungen Habichten ähnelt, was auch zu seinem Namen führte. Die Weibchen sind deutlich größer und schwerer als die Männchen, was aber den einzigen optischen Unterschied darstellt.
Der Habichtskauz ist ein reiner Fleischfresser, der nicht sonderlich wählerisch bei seinen Beutetieren ist. Er kann alles erlegen, von der Maus bis zu großen Vögeln und kleinen Hasen. Seine Beute transportiert er mit dem Schnabel, die meisten Greifvögel tun dass mit den Krallen. Der Habichtskauz ist kein suchender Jäger, er beobachtet seine Umgebung von einem erhöhten Punkt aus und greift an, wenn er ein Tier entdeckt. Die Beute verschluckt er dann ganz und würgt später Knochen und Fell als Gewölle wieder hervor.
Der Habichtskauz baut sein Nest auf toten Bäumen und Baumstümpfen, auf deren Oberseite eine muldenartige Vertiefung zu finden ist. Dort legt das Weibchen bis zu sechs Eier, die es alleine knapp einen Monat lang ausbrütet. Das Männchen versorgt während dieser Zeit mit Nahrung. Zwei Monate lang werden die Jungvögel nach dem Schlupf von den Eltern mit Nahrung versorgt, dann dürfen sie noch etwa einen Monat lang im Revier der Eltern jagen, ehe sie sich ein eigenes Jagdgebiet suchen müssen.
Bis vor kurzem galt der Habichtskauz in Österreich und Tschechien als ausgestorben und in Deutschland gab es nur noch wenige Brutpaare. Schuld daran war die exzessive Jagd, die mittlerweile strengstens verboten ist. Das und intensive Auswilderungsprogramme sorgten dafür, dass die Art heute dort wieder anzutreffen ist.

Unterarten des Habichtskauz

Der Habichtskauz wird in viele Unterarten unterteilt, die optisch nur geringfügig zu unterscheiden sind und verschiedene Regionen der Welt bewohnen.

Strix uralensis daurica – Sibirien bis in die Mongolei

Strix uralensis davidi
chinesische Region Sichuan, wird auch gelegentlich als eigene Art (Sichuankauz) geführt

Strix uralensis fuscescens – westliches Japan

Strix uralensis hondoensis – zentrales Japan

Strix uralensis japonica – japanische Insel Hokkaidō

Strix uralensis liturata – Nordeuropa bis ins russische Wolga-Gebiet

Strix uralensis macroura – Mittel- und Südosteuropa

Strix uralensis momiyamae – gesamte japanische Hauptinsel

Strix uralensis nikolskii – vom Baikalsee bis auf die koreanische Halbinsel

Strix uralensis yenisseensis – Nordsibirien

Strix uralensis uralensis – übriges Verbreitungsgebiet