Tierlexikon: Hausmeerschweinchen

Hausmeerschweinchen im Tierpark Hellabrunn 2013 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
Domestizierte Art
wissenschaftlicher Name:
Cavia aperea f. porcellus
Ursprung kontinental:
Amerika
Ursprung regional:
Südamerika

Hausmeerschweinchen wurden bereits vor 2.000 bis 5.000 Jahren von den Inkas zu rituellen Zwecken und als Fleischlieferant gehalten. Im 16. Jahrhundert kamen die Tiere dann nach Europa und Nordamerika.
Hausmeerschweinchen haben keinen geregelten Tag-Nacht-Rhythmus und fressen bis zu 80 mal am Tag kleine Portionen. Ihr Fell kommt in vielen bunten Farbvarianten vor. Hausmeerschweinchen haben ständig nachwachsende Schneidezähne, die sich beim abnagen härterer Nahrung stetig abnutzen.
Neugeborene Hausmeerschweinchen sind Nestflüchter. Sie können sogar im Notfall wenige Tage ohne Muttermilch auskommen.
Hausmeerschweinchen ernähren sich hauptsächlich von Heu und Gräsern, können gelegentlich aber auch Obst und andere Früchte können verfüttert werden.
In Europa werden Hausmeerschweinchen hauptsächlich als Haustiere zum Streicheln gehalten, aber auch in zoologischen Einrichtungen werden sie häufig gezeigt. Bis ins 20.Jahrhundert wurden die Tiere auch in Europa gegessen und im 18.Jahrhundert waren sie beliebte Labortiere. Seit kurzem züchtet man in Südamerika eine besonders große Hausmeerschweinchenrasse, die bei uns als Cuy bekannt ist.

Die Folgen der langjährigen Zucht beim Hausmeerschweinchen

Hausmeerschweinchen werden schon sehr lange gezüchtet und haben im Laufe dieser Züchtungen wichtige Fähigkeiten verloren, weshalb sie nicht mehr in der Lage wären eigenständig in freier Wildbahn zu überleben. So haben die Tiere z.B. ihre Fähigkeit verloren einen Bau anzulegen. Hausmeerschweinchen haben auch zu starke Krallen entwickelt, die regelmäßig gekürzt werden müssen, da sie sonst nicht mehr laufen können.