Tierlexikon: Kalifornischer Seelöwe

Kalifornischer Seelöwe im Tierpark Hellabrunn - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Kalifornischer Seelöwe im Tierpark Hellabrunn – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Zalophus californianus
Verbreitung kontinental:
Amerika
Verbreitung regional:
Kanada, Mexiko, USA
Lebensraum:
Küstengewässer
Gattung:
Zalophus
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Der Kalifornische Seelöwe lebt außerhalb der Paarungszeit in umher ziehenden losen Gruppen oder als Einzelgänger. Wenn die Weibchen allerdings paarungsbereit werden scharen die Bullen einen Harem um sich, der durchschnittlich aus 16 Weibchen besteht. Der Kalifornische Seelöwe verbringt einen Großteil seines Lebens im Wasser, zum Schlafen und zur Jungenaufzucht kommt er jedoch an Land.
Der Körper des Kalifornischen Seelöwen hat eine optimale Form für die Jagd im Wasser. Er hat einen schlanken, spitz zulaufenden Kopf und kann seine Gliedmaßen eng an den Rumpf anlegen, so dass er wie ein Torpedo durch das Wasser schießen und dabei bis zu 40 km/h schnell kann. Der Kalifornische Seelöwe kann eine Länge von knapp über zwei Meter erreichen und etwa 400 Kilo schwer werden. Männchen werden deutlich größer als Weibchen. Er ist in der Lage über 250 Meter tief zu tauchen, bei der Orientierung helfen ihm seine Schnurrbarthaare, die von sensiblen Nervenenden umgeben sind und wie Tastorgane funktionieren. Kalifornische Seelöwen haben im Gegensatz zu Seehunden Außenohren und können auf ihren Flossen gut an Land laufen.
Der Kalifornische Seelöwe ist ein Fleischfresser. Auf seinem Speisezettel stehen hauptsächlich Fisch, aber gelegentlich auch Tintenfische und kleine Krebse. Er muss pro Tag etwa zehn Kilo Nahrung zu sich nehmen. Kalifornische Seelöwen jagen normalerweise in Gruppen und arbeiten dabei auch mit Großen Tümmlern oder Mähnenrobben zusammen. Die Vorgehensweise ist dabei in der Regel einen Schwarm gemeinsam einzukreisen und dann einzeln hinein zustoßen.
Kalifornische Seelöwen kommen in der Regel immer an den selben Strand um sich fortzupflanzen. Dabei liefern sich die Bullen erbitterte Kämpfe um jedes Weibchen, das sie in ihren Harem aufnehmen wollen. Die Weibchen bringen dann nach elf Monaten Schwangerschaft ein Jungtier zur Welt. Der Nachwuchs wird dann vom Weibchen etwa eine Woche fürsorglich umsorgt, ehe es mit anderen neugeborenen Seelöwen eine Jugendgruppe bildet. Diese Gruppen lernen dann alleine in ruhigen Buchten das schwimmen, die Mutter kommt allerdings noch etwa bis zum dritten Lebensmonat zum Säugen vorbei. Danach ist der Nachwuchs auf sich selbst gestellt. Während die Mutter ihren jüngsten Sprössling noch mit Milch versorgt wird sie normalerweise schon wieder von einem Bullen gedeckt.

Der Kalifornische Seelöwe und der Mensch

Die Menschen hatten von jeher ein sehr zwiespältiges Verhältnis zum Kalifornischen Seelöwen. Während ihn die Einen als verspielten, niedlichen Strandbewohner sahen, wurde er von anderen gnadenlos gejagt. Die Jäger hatten es hauptsächlich auf die Häute und das Fett der Tiere, auch „Blubber“ genannt, abgesehen. Anfang des 20.Jahrhunderts stand der Kalifornische Seelöwe am Rande der Ausrottung, dank massiver Schutzmaßnahmen haben sich die Bestände allerdings wieder sehr gut erholt. Heute ist sogar ist sogar der Pier 39 des Yachthafens in San Francisco extra für Kalifornische Seelöwen reserviert.
Kalifornische Seelöwen werden gerne als Zoo- und Zirkustiere gehalten, da sie, im Gegensatz zu anderen Seelöwenarten, sehr gelehrig, mit einem großen Spieltrieb ausgestattet und kaum aggressiv sind.