Tierlexikon: Katta

Katta im Raritätenzoo Ebbs 2011 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Lemur catta
Verbreitung kontinental:
Afrika
Verbreitung regional:
Madagaskar
Lebensraum:
Trockenwälder
Gattung:
Kattas
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: gering gefährdet

Kattas leben in großen Horden von bis zu 25 Tieren, die von den Weibchen angeführt werden. Wenn eine Gruppe durch Nachwuchs zu groß wird, ab maximal 25 Tieren oder höchstens acht Weibchen, werden die untergeordneten Weibchen von den Dominanteren vertreiben und gründen eine neue Gruppe. Kattas sind tagaktiv. Sie verbringen den größten Teil ihres Lebens auf dem Erdboden, was einen großen Unterschied zu den meisten anderen Lemuren ausmacht.
Kattas sind als „Sonnenanbeter“ bekannt, da sie mit abgespreizten Armen und Beinen ihre Brust in die Sonne strecken um sich aufzuwärmen. Sie sind am besten an ihrem auffälligen, schwarz-weiß geringelten Schwanz zu erkennen. Kattas haben sehr weiche Fingerkuppen, mit denen sie auch auf scharfkantigen Felsen Halt finden. Dies ist eine Anpassung an ihr karges Verbreitungsgebiet auf Madagaskar. Um ihr Revier zu markieren reiben sich Kattas mit einem Drüsensekret den Schwanz ein und verteilen ihren Geruch so in ihrer Umgebung. Die Männchen untereinander fechten wahre „Stinkkämpfe“ aus, wenn es um die Gunst des anführenden Weibchens geht.
Der Katta ist ein Allesfresser, der sich zwar vorwiegend von pflanzlicher Nahrung, wie Früchten (die des Tamarindenbaumes sind seine Leibspeise) ernährt. Gelegentlich ergänzt er seinen Speiseplan durch Insekten, kleine Vögel und deren Eier, kleine Reptilien sowie kleine Wirbeltiere.
Bei den Kattas beteiligt sich die ganze Gruppe an der Aufzucht der Jungtiere.
Die größte Gefahr für den Katta geht von der fortschreitenden Zerstörung seines Lebensraumes aus, aber auch die Jagd als Fleischlieferant und für den Haustierhandel setzten der Art stark zu. Man geht davon aus, dass der Bestand innerhalb der letzten 25 Jahre um ein Viertel zurück gegangen ist. In zoologischen Einrichtungen weltweit gibt es zur Zeit, unabhängig von den wild lebenden Tieren, stabile „Ersatzpopulation“ von etwa 2.500 Tieren.

Das Wahrzeichen Madagaskars

Der Katta ist mittlerweile zum Wahrzeichen seiner Heimatinsel geworden. Besonders sein unverwechselbarer Schwanz macht ihn zum bekanntesten Vertreter der Lemuren. Auch „King Julien“ aus dem Animationsfilm „Madagaskar“ trug zum steigenden Ruhm der Kattas bei. Heute werden in Zoos immer mehr begehbare Kattagehege gebaut, in den österreichischen Zoos in Salzburg und Ebbs laufen sie sogar ganz frei herum.