Tierlexikon: Kiang

Kiang im Tierpark Hellabrunn - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Kiang im Tierpark Hellabrunn – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Equus kiang
Verbreitung kontinental:
Asien
Verbreitung regional:
China, Indien, Nepal, Pakistan
Lebensraum:
trockene Grasländer des Hochlandes
Gattung:
Pferde
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Der Kiang lebt als Einzelgänger oder in kleinen Familiengruppen von nicht mehr als elf Mitgliedern, die aus einer Stute und deren noch nicht geschlechtsreifen Nachwuchs bestehen. Sehr selten wurden auch schon lose Verbände von etwa 500 Tieren dokumentiert. In der Regel beanspruchen jedoch gerade die geschlechtsreifen Männchen ein eigenes Territorium, das sie gegenüber Artgenossen mit Bissen und Tritten verteidigen. Der Kiang ist tagaktiv und wandert je nach Jahreszeit in unterschiedliche Höhenlagen.
Der Kiang ist mit einer Kopfhöhe von knapp zwei Metern und einer Länge von gut über zwei Metern die größte Wildeselart. Männchen sind etwas größer als Weibchen, unterscheiden sich ansonsten aber kaum. Charakteristisch sind der rotbraune Rücken, der weiße Bauch und die weiße Schnauze. Er gilt als guter Schwimmer und lässt sich so auf seinen Wanderungen weder von Flüssen oder Seen aufgehalten.
Der Kiang ist ein reiner Vegetarier. Auf seinem Speiseplan stehen Gräser und andere Pflanzen, die auf dem Boden wachsen. Während des Frühjahr und Sommers fressen sich die Tiere eine Speckschicht an, von der sie im Winter zehren können.
Die Schwangerschaft dauert bei einem Kiang-Weibchen knapp ein Jahr. Danach bringt sie meist ein Jungtier zur Welt. Das Fohlen ist bei der Geburt bereits einen Meter groß und nach etwa einer Stunde in der Lage der Mutter zu folgen. Der Nachwuchs wird ein Jahr lang von der Mutter versorgt, ehe es selbstständig wird. Es kommt vor, dass Jungtiere bis zur Geschlechtsreife im Alter von etwa vier Jahren bei der Mutter bleiben.
Der Kiang gilt als unzähmbar. Bereits seit sehr langer Zeit wurden immer wieder erfolglose Versuche gemacht, den Wildesel zu domestizieren. Der Name Kiang stammt aus der Sprache der Tibeter, seine Bedeutung kann aber heute nicht mehr nachvollzogen werden.

Unterarten des Kiang

Östlicher Kiang
Equus kiang holdereri
China

Südlicher Kiang
Equus kiang polyodon
südliches Tibet und Nepal

Stammform
Equus kiang kiang
restliches Verbreitungsgebiet