Tierlexikon: Kolbenente

Kolbenente im Tierpark Hellabrunn 2013 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Netta rufina
Verbreitung kontinental:
Asien, Europa, Afrika
Verbreitung regional:
Afghanistan, Albanien, Algerien, Armenien, Österreich, Aserbaidschan, Bangladesch, Weißrussland, Belgien, Bhutan, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, China, Kroatien, Zypern, Tschechien, Dänemark, Ägypten, Estland, Frankreich, Georgien, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Indien, Iran, Irak, Israel, Italien, Jordanien, Kasachstan, Kirgistan, Lettland, Mazedonien, Moldawien. Mongolei, Montenegro, Marokko, Myanmar, Nepal, Niederlande, Pakistan, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweiz, Syrien, Tadschikistan, Türkei, Turkmenistan, Ukraine, Uzbekistan, England, Bahrain, Finnland, Irland, Japan, Libanon, Libyen, Malta, Norwegen, Oman, Qatar, Saudi Arabien, Sri Lanka, Schweden, Thailand, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate
Lebensraum:
Binnengewässer
Gattung:
Netta
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Kolbenenten leben außerhalb der Brutzeit in losen größeren Ansammlungen, während sich die Pärchen zum Brüten absondern. Sie halten sich gerne in der Mitte von tiefen Gewässern auf, wo sie auch schwimmend mit dem Kopf unter einem Flügel nachts schlafen.
Bei den Kolbenenten sind die Männchen gut an dem rötlichen Kopf und dem schwarz schimmernden übrigen Gefieder, wobei die Flügel weiß sind. Er kann das Kopfgefieder aufstellen, wobei er einem Kolben ähnelt, was auch zum Namen der Art führte. Die Weibchen dagegen sind unauffällig braun mit einer weißen Kopfunterseite. Die Kolbenente kann bis zu eine halbe Minute und vier Meter tief tauchen.
Die Kolbenente ist ein Allesfresser, bevorzugt allerdings pflanzliche Nahrung. Auf dem Speisezettel stehen hauptsächlich Wasserpflanzen und Algen, während manchmal auch Schnecken und Insekten vertilgt werden.
Die Kolbenente baut ihr Nest zwischen dichten Pflanzen in Ufernähe. Das Weibchen legt dann bis zu zwölf Eier, die von ihm alleine etwa einen Monat lang ausgebrütet werden. Das Männchen übernimmt nur die Überwachung des Nestes, während das Weibchen auf Nahrungssuche ist. Wenn die Jungvögel geschlüpft sind, kümmert sich das Männchen um nichts mehr. Die Jungtiere werden etwa eineinhalb Monte von der Mutter versorgt, ehe sie selbstständig werden. Es wurde auch schon beobachtet, dass Weibchen befruchtete Eier in die Nester fremder Kolbenenten legt und sich nicht mehr darum kümmert.
Die Kolbenente ist erst seit etwa 150 Jahren in Europa heimisch, davor kam sie nur in Asien vor. Man geht davon aus, dass sie von selbst eingewandert ist.