Tierlexikon: Königsgeier

Aufgenommen im Raritätenzoo Ebbs 2013 – Foto:M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Sarcoramphus papa
Verbreitung kontinental:
Amerika
Verbreitung regional:
Argentinien, Belize, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Französisch Guiana, Guatemala, Guyana, Honduras, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Suriname, Trinidad und Tobago, Uruguay, Venezuela
Lebensraum:
Wälder und offene Landschaften
Gattung:
Sacoramphus
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Königsgeier leben als Einzelgänger, als Paare und nur selten in kleineren Gruppen, lediglich zum Schlafen finden sich mehrere Tiere in einem Schlafbaum ein. Sie sind tagaktiv und verbringen den größten Teil des Tages segelnd am Himmel.
Der Königsgeier hat sehr gute Augen und einen ausgezeichneten Geruchssinn. Alleine wegen seiner Kopffärbung gilt er als einer der buntesten Geier überhaupt. Wie die meisten Aasfresser, hat der Königsgeier keine Federn am Kopf um sich beim Eindringen in einen Kadaver nicht mit Blut oder Parasiten zu verschmutzen.
Der Königsgeier ist ein Fleischfresser, der Aas bevorzugt aber auch gelegentlich Fische, kleine Säugetiere und Schlangen frisst. Er tötet jedoch nur selten selbst Beute, da weder sein Schnabel, noch seine Krallen gute Tötungswerkzeuge sind. Kommt der Königsgeier an einem Kadaver an, lassen ihm alle anderen Geierarten den Vortritt, was auch zu seinem Namen geführt hat. Nahrung, die der Königsgeier nicht sofort auffressen kann, versteckt er vor anderen Geierarten.
Königsgeier brüten nur alle zwei Jahre. Sie bauen kein Nest, sondern legen ihre Eier in Baumhöhlen, Felsspalten oder vermoderten Baumstümpfen ab, die sich auch in über 20 Metern Höhe befinden können. Das Weibchen legt bis zu drei, meist aber nur ein gelbliches Ei mit rotbraunen Flecken. Beide Eltern brüten knapp zwei Monate abwechselnd, ehe die Küken schlüpfen. Diese werden dann bis zu drei Monate lang versorgt, ehe sie selbstständig werden.
Der Königsgeier ist eine der wenigen Tierarten, denen der Verlust ihres natürlichen Lebensraumes nur bedingt zusetzt. Es ist sogar so, dass er Müllhalden und Straßen als Vorteil für die Nahrungsbeschaffung nutzt. Auch hat er kein Problem damit in der Nähe von Siedlungen zu leben und sich andere Lebensräume zu erschließen.

Der Geier als Gesundheitspolizei

Obwohl dem Geier ein eher negatives Image anhaftet, ist er doch ein sehr wichtiges Mitglied des Ökosystems. Indem sie die Kadaver verendeter Tiere fressen, minimieren sie das Risiko eines Seuchenausbruchs, der von einem verwesenden Lebewesen ausgehen könnte.