Tierlexikon: Südafrikanischer Kronenkranich

Aufgenommen im Raritätenzoo Ebbs 2012 – Foto:M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Balearica regulorum
Verbreitung kontinental:
Afrika
Verbreitung regional:
Angola, Botswana, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Kenia, Malawi, Mosambik, Namibia, Ruanda, Südafrika, Swasiland, Tansania, Uganda, Sambia, Simbabwe, Lesotho
Lebensraum:
Feuchtgebiete, Sumpfgebieten, Marschland und Baumsavannen, sowie im Kulturland
Gattung:
Kronenkraniche
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: stark gefährdet

Der Südafrikanische Kronenkranich lebt im Allgemeinen in großen Schwärmen, die mehrere hundert Vögel stark sein können. Auf Nahrungssuche gehen die Kronenkraniche allerdings dann in kleinen Gruppen. Während der Brutzeit leben sie paarweise und beanspruchen dann auch ein kleines Territorium für sich, das sie gegen Artgenossen verteidigen.
Am charakteristischsten für den Kronenkranich ist die goldene Federhaube auf dem Hinterkopf. Der Südafrikanische Kronenkranich unterscheidet sich vom Kronenkranich am deutlichsten durch die Färbung des Halses. Das Gefieder des Südafrikanischen Kronenkranichs ist dort eher grau, während das des Kronenkranichs bei weitem dunkler ist. Wie bei Kranichen üblich, führen die Vögel einen Tanz auf, der als Balztanz gilt, ebenso aber zur Bindung innerhalb der Gruppe beiträgt.
Der Kronenkranich ist ein Allesfresser. Er ernährt sich von Getreide und kleinen Pflanzen ebenso wie von Insekten, Schnecken, Krebstieren, kleinen Fischen und Amphibien. Für die Insektenjagd haben die Vögel eine gewiefte Jagdtaktik entwickelt, in großen Gruppen stapfen sie in einer Reihe immer wieder stark auf dem Boden auf, um die damit aufgescheuchten Insekten dann leichter fangen zu können.
Kronenkraniche führen auch nach der Brautwerbung und dem Eierlegen immer wieder den üblichen Kranichtanz auf. Der Kronenkranich bevorzugt ein Nest auf einem niedrigen Baum. Das Weibchen legt dort bis zu drei grün-bläuliche Eier, die abwechselnd von beiden Elternteilen etwa einen Monat lang ausgebrütet werden. Nur drei Tage nach dem Schlupf zieht die kleine Familie dann auf eine Wiese mit hohem Gras um. Die Jungvögel werden nach zweieinhalb Monaten flugfähig, jedoch werden sie die Eltern etwa ein Vierteljahr lang noch mit Nahrung versorgt, ehe sie selbstständig werden.
Der Kronenkranich ist aufgrund der Zerstörung seines Lebensraumes und dem immer stärker werdenden Einsatz von Pestiziden bedroht. Zudem dezimiert die Jagd für den Haustierhandel den Bestand der Vögel. In der traditionellen afrikanischen Medizin werden Flügel und der Kopf des Kronenkranichs verwendet, was aber in einem so geringen Ausmaß geschieht, dass es der Gesamtpopulation nicht schadet.

Unterarten des Kronenkranich

Der Kronenkranich kommt in zwei Unterarten vor, die sich optisch kaum unterscheiden, aber ein unterschiedliches Verbreitungsgebiet haben.

Ostafrikanischer Kronenkranich
Balearica regulorum gibbericeps

Ostafrika

Balearica regulorum regulorum
restliches Verbreitungsgebiet