Tierlexikon: Kurzohrrüsselspringer

Aufgenommen im Tierpark Hellabrunn 2011 – Foto:M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Macroscelides proboscideus
Verbreitung kontinental:
Afrika
Verbreitung regional:
Botswana, Namibia, Südafrika
Lebensraum:
trockene Buschsteppen, Halbwüsten, felsiges Gelände und Wüsten
Gattung:
Macroscelides
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Der Kurzohrrüsselspringer, gelegentlich wegen des Rüssel auch Elefantenmaus genannt, lebt als Einzelgänger, der nur während der Paarungszeit sein Revier teilt. Er geht tagsüber auf Nahrungssuche und versteckt sich nachts und während Ruhepausen vor Fressfeinden in Felsspalten. Gegenüber Artgenossen markieren der Kurzohrrüsselspringer sein Revier mit einem Sekret aus seinen Brust- und Schwanzwurzeldrüsen.
Der Kurzohrrüsselspringer gibt ein seltsames Bild ab. Ein kugelförmiger Körper sitzt auf kurzen, dünnen Beinen und vorn läuft der Kopf zu einer rüsselartigen Schnauze aus. Dieser „Rüssel“ ist ständig in Bewegung und das wichtigste Organ des Tieres. Seine verlängerten Schienbeine und Mittelfußknochen machen es ihm möglich sehr hoch und weit zu springen, was ihm seinen Namen einbrachte.
Der Kurzohrrüsselspringer ernährt sich vorwiegend von Insekten, wie z.B. Ameisen, die er mit seiner Schnauze aufspürt. Ergänzend frisst er aber auch Wurzeln und Beeren. Die Tiere sind geschickte Jäger, die ihre Beute sogar aus der Luft fangen können.

Ein Leben im Zeitraffer

Der Kurzohrrüsselspringer ist ab der siebten Lebenswoche geschlechtsreif und das Weibchen gebärt ihren Nachwuchs nach nur etwa zwei Monaten Schwangerschaft. Die Jungtiere sind bei der Geburt bereits so gut entwickelt, dass sie sofort nachdem sie das Licht der Welt erblickt haben anfangen herum zu laufen. Sie werden dann nur eine Woche gesäugt, ehe sie entwöhnt und in die Selbstständigkeit entlassen werden. Sie haben schließlich eine Lebenserwartung von zwei Jahren in freier Wildbahn. Kurzohrrüsselspringer in menschlicher Obhut können allerdings ein, für diese Art, biblisches Alter von acht Jahren erreichen.

Eine Klasse für sich

Seit der Entdeckung des Kurzohrrüsselspringers wurde unter Forschern über seine zoologische Zugehörigkeit gestritten. Zu Anfang hielt man für einen Verwandten der Igel und Maulwürfe, später steckte man das Tier sogar für kurze Zeit zu den Verwandten der Huftiere und zwischendurch war man sicher, dass er mit den Hasen eine Linie bildete. Nachdem man aber irgendwann alle Theorien widerlegt hatte entschloss man sich eine eigene Ordnung für den kleinen Kurzohrrüsselspringer anzulegen und deshalb gehört er nun zur Gattung der Macroscelidea. Das wird allerdings nur ein Zwischenstadium sein, da weiter geforscht wird.