Tierlexikon: Lachender Hans

Lachender Hans im Raritätenzoo Ebbs 2011 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Dacelo novaeguineae
Verbreitung kontinental:
Australien
Verbreitung regional:
Australien, Neuseeland
Lebensraum:
alle Lebensräume
Gattung:
Jägerlieste
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Der Lachende Hans, auch Jägerliest oder Kookaburra genannt, lebt als Einzelgänger, als Pärchen oder in kleinen Familiengruppen, die aus mehreren Generationen bestehen können.
Der Lachende Hans hat ein braun-weißes Gefieder. Bei seinem großen, massiven Schnabel ist auf der Oberseite schwarz und an der Unterseite weiß. Männchen haben bläuliche Flecken auf der Flügeloberseite, während die Weibchen weiße Flecken haben. Der Lachende Hans kann bis zu einem halben Meter Körperlänge erreichen.
Der Lachende Hans ist ein reiner Fleischfresser, der sich von Insekten, kleinen Säugetieren, Vögeln und Reptilien ernährt. In Gewässernähe werden auch kleine Fische und Krebstiere erbeutet. Hat der Lachende Hans ein Beutetier im Schnabel versucht er es zu zerquetschen oder schlägt es gegen einen harten Gegenstand bis es tot ist.
Beim Lachenden Hans baut das Männchen ein Nest in einer Baumhöhle und bietet es zusammen mit einem Beutetier dem Weibchen als Brautwerbung an. Nimmt diese die Brautgeschenke an, bleibt sich das Paar ein Leben lang treu. Das Weibchen legt bis zu vier Eier, die beide Elternteile abwechselnd einen knappen Monat lang ausbrüten. Danach werden die Jungvögel noch einen guten Monat von allen Familienmitgliedern versorgt ehe sie selbstständig werden. Meist bleibt der erwachsene Nachwuchs noch bis zu vier Jahre im Familienverband und helfen bei der Aufzucht der nächsten Jungtiere.

Lacht der Lachende Hans?

Der Lachende Hans gibt Laute von sich die einem menschlichen Lachen sehr ähnlich sind. Dieses „Lachen“ geben zwei bis drei Vögel gleichzeitig von sich und es dauert bis zu acht Sekunden. Diese Laute veranlassten die Aborigines auch ihm den Namen Kookaburra zu geben, weil dieses Wort einen ähnlichen Klang wie der Ruf hat. Da er meist zuverlässig in den frühen Morgen- und Abendstunden „lacht“, nannten ihn die weißen Siedlern auch Buschmannsuhr.

Die Australier und der Lachende Hans

Die australische Bevölkerung hat ein sehr positives Verhältnis zum Lachenden Hans. Das liegt zum einen daran, dass er ein Schädlingsvernichter ist und zum anderen ist er eine Identifikationsfigur für die Bewohner des fünften Kontinents.
Seit 1990 wird jedes Jahr eine australische Münze in unterschiedlichen Größen mit dem Vogel geprägt. Bei den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney war eines der drei Maskottchen der Lachende Hans „Olly“. Zudem handelt ein populäres australisches Kinderlied vom Kookaburra.
Auf der Insel Tasmanien wurde der Lachende Hans zur Schädlingsbekämpfung eingeführt.
Bei den Aborigines ranken sich einige Legenden um den Vogel. Eine besagt, dass der Schöpfer dem Kookaburra befohlen hat, die Menschen mit seinem Ruf zu wecken, auf dass sie den Sonnenaufgang nicht verpassen. Eine andere warnt Kinder, dass ihnen ein schiefer Zahn wachsen würde, wenn sie einen Lachenden Hans beleidigten.

Unterarten des Lachenden Hans

Der Lachende Hans wird in zwei Unterarten aufgeteilt, die sich nach ihrem Verbreitungsgebiet unterschieden werden.

Dacelo novaeguineae minor – nordöstliches Australien
Dacelo novaeguineae novaeguineae – restliches Verbreitungsgebiet