Tierlexikon: Lisztaffe

Lisztaffe im Tierpark Hellabrunn - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Lisztaffe im Tierpark Hellabrunn – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Saguinus oedipus
Verbreitung kontinental:
Amerika
Verbreitung regional:
Kolumbien
Lebensraum:
Wälder an der Karibikküste
Gattung:
Tamarine
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: vom Aussterben bedroht

Lisztaffen leben in Familiengruppen von bis zu neun Tieren, sollte die Familie größer werden wandern ältere Jungtiere ab. Sie bevorzugen die unteren Baumetagen unter 25 Meter.
Lisztaffen verständigen sich mit Lauten von denen einige so hoch sein können, dass sie das menschliche Ohr nicht wahrnehmen kann. Zudem dienen Mimik und Fellsträuben als Verständigungsmittel.
Lisztaffen ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Insekten und Baumsäften. Um letztere zu erreichen bohren sie mit ihren spitzen Eckzähnen die Rinde der Urwaldriesen an. Zudem wurde beobachtet, dass sie Kolibris an der Blüte auflauern, im Flug fangen und fressen.
Bei den Lisztaffen sorgt das dominate Weibchen dafür, dass es als einziges Weibchen der Gruppe Nachwuchs bekommt. Mit dem Urin setzt es Duftstoffe, sogenannte Pheromone, ab, die bei den anderen Weibchen der Gruppe den Eisprung verhindern. Sind die Jungtiere geboren, übernehmen die Männchen die Pflege und tragen die, nach der Geburt lediglich 50 Gramm schweren Jungen herum. Alle Mitglieder der Gruppe, die nicht mit der Jungenaufzucht beschäftigt sind übernehmen den Wachdienst und warnen lautstark vor Raubtieren.
In ihrem Verbreitungsgebiet sind die Lisztaffen bis auf wenige Restpopulationen, die von einander isoliert leben, ausgerottet. Obwohl sich in zoologischen Einrichtungen mittlerweile ein stabiler Bestand entwickelt hat, der auch unabhängig von der Wildpopulation überleben kann, wird es bald keine frei lebenden Lisztaffen mehr geben, wenn nicht bald großflächige Schutzbemühungen eingeleitet werden.

Woher haben die Lisztaffen ihren Namen?

Die Namen für diese kleinen Krallenaffen beziehen sich in jeder Sprache auf ihr weißes, wallendes Kopffell. Im Deutschen erinnerte er seine Namensgeber an den Komponisten Franz Liszt (1811-1886), der u.a. wegen seines weißen, wallenden Haupthaars berühmt war. Im Englischen trägt er den Namen Cotton-top Tamarin, was in etwa Baumwollkopf-Tamarin bedeutet. Manchmal wir er auch Pinchéaffe genannt.