Tierlexikon: Mähnenrobbe

Mähnenrobbe im Tierpark Hellabrunn - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Mähnenrobbe im Tierpark Hellabrunn – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Otaria flavescens
Verbreitung kontinental:
Amerika
Verbreitung regional:
Brasilien, Chile, Falkland Inseln, Peru, Uruguay, Ecuador
Lebensraum:
Inseln und Küsten
Gattung:
Otaria
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Außerhalb der Paarungszeit leben Mähnenrobben in losen Kolonien. Während der Fortpflanzungsperiode versuchen die Bullen einen Harem um sich zu scharen, der aus bis zu 18 Weibchen bestehen kann.
Die Mähnenrobbe kann bis zu 300 Kilo schwer werden und eine Körperlänge von gut zweieinhalb Metern erreichen. Männchen werden deutlich größer als Weibchen. Die Männchen bekommen im Erwachsenenalter auch ein leicht ausgeprägte, namensgebende Mähne, die den Kopf bei Weitem wuchtiger erscheinen lässt. Mähnenrobben haben, im Gegensatz zu Seehunden Außenohren und können mit ihren Flossen, bei denen die Vorderen Nägel haben, gut an Land laufen. Die hintere Flosse kann nach vorne gebogen werden, was die Mähnenrobbe an Land noch etwas schneller macht. Ihr Körper ist gut für ein Leben, das sich größtenteils im Wasser abspielt ausgestattet. Ihre Nasenlöcher und Ohren haben eine Art Verschlussklappen, so dass bei ihren, bis zu 15 Minuten dauernden und in bis zu 200 Meter Tiefe gehenden, Tauchgängen kein Wasser eindringen kann. Es ist sogar so, dass die spezielle Muskeln ihre Nasenlöcher dauernd verschließen, ähnlich wie beim Schließmuskel. Mähnenrobben können bei der Jagd unter Wasser eine Geschwindigkeit von bis zu 30 km/h erreichen.
Die Mähnenrobbe ist ein Fleischfresser. Auf ihrem Speiseplan stehen Fische, Krebstiere und Tintenfische. Gelegentlich erbeuten die Tiere aber auch Pinguine. Eine erwachsene Mähnenrobbe benötigt bis zu zehn Kilo Nahrung am Tag.
Mähnenrobbenbullen liefern sich erbitterte Kämpfe um jedes Weibchen, das sie in ihren Harem aufnehmen wollen. Dabei beißen sie sich und fügen sich gegenseitig oft schwere, stark blutende Wunden zu. Die Weibchen bringen dann nach knapp einem Jahr Schwangerschaft ein, selten auch zwei, Jungtiere zur Welt. Der Nachwuchs wird dann vom Weibchen etwa eine Woche fürsorglich umsorgt. Danach verlässt das Weibchen seinen Nachwuchs immer für etwa drei Tage, kommt aber etwa ein Jahr lang regelmäßig zum Säugen der Jungen zurück. Nach etwa einem Monat, wenn sie den ersten Fellwechsel hinter sich gebracht haben, gehen die jungen Mähnenrobben zum ersten Mal ins Wasser. Während die Mutter ihren jüngsten Sprössling noch mit Milch versorgt wird sie normalerweise schon wieder von einem Bullen gedeckt. In der Regel haben die Weibchen nur ein bis zwei Wochen in denen sie sich nicht um ein Jungtier kümmern müssen.
Mähnenrobben wurden im letzten Jahrhundert wegen ihres Fetts und Fells stark gejagt. Die Population war bereits einmal auf wenige zehntausend Tiere geschrumpft. Heute leben allerdings wieder weit über einer Viertel Million Mähnenrobben an den südlichen Küsten Südamerikas. Das indigene Volk der Moche-Indianer im Alten Peru verehrte die Tiere und bildete sie oft in Statuen und anderen Kunstwerken ab, die heute noch erhalten sind. Zwei dieser Statuen stehen heute noch in der argentinischen Stadt Mar del Plata und wurden zum Wahrzeichen der Hafenmetropole.