Tierlexikon: Mandarinente

Mandarinente im Tierpark Hellabrunn - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Mandarinente im Tierpark Hellabrunn – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Aix galericulata
Verbreitung kontinental:
Asien, Europa
Verbreitung regional:
China, Japan, Südkorea, Nordkorea, Russland, Taiwan, Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Slowenien, Schweiz, England, Weißrussland, Indien, Mongolei, Myanmar, Nepal, Kanarische Inseln, Thailand, Vietnam
Lebensraum:
stehende und fließende Gewässer
Gattung:
Aix
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Mandarinenten leben meist in losen Verbänden, von denen sich die Paare zur Brut absondern. Sie sind in der Regel in den Morgen- und Abendstunden am aktivsten.
Bei der Mandarinente sind Männchen und Weibchen deutlich unterschiedlich gefärbt. Während das Männchen ein, in vielen Farben, auffällig schimmerndes Gefieder aufweist, ist das Weibchen schlicht braun mit einigen weißen Flecken gefärbt. Charakteristisch ist auch der orange Backenbart und die orangen Flügelsegel des Männchens, welche es für die Balz abspreizen kann. Mandarinenten sind absolut kälteunempfindlich, sie haben auch mit einem sehr kalten europäischen Winter keine Probleme. Mandarinenten haben Krallen an den Füssen, die es ihnen ermöglichen auf Bäumen Halt zu finden.
Die Mandarinente ist ein Allesfresser, auf dessen Speiseplan Wasserpflanzen und Samen ebenso stehen, wie Insekten und Schnecken.
Bei Mandarinenten bilden sich die monogamen Paare immer für eine Brutsaison. Das Weibchen baut sein Nest in verlassene Baumhöhlen, die in bis zu zehn Metern Höhe liegen können. Dann legt es bis zu zehn Eier, die es alleine etwa einen Monat lang ausbrütet. Bereits wenige Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Küken das Nest und springen auf den Erdboden, ehe sie ihren Eltern ins Wasser folgen. Das kann durchaus gefährlich aussehen, wird aber von den Küken meist ohne Verletzung überstanden. Sechs Wochen werden die Jungvögel dann noch versorgt, ehe sie selbstständig werden.
Die Mandarinente gilt in China als Statussymbol und Zeichen ehelicher Treue. Da die Wildbestände in großem Masse dezimiert wurden, um die Tiere im Ausland zu verkaufen, erließ die chinesische Regierung bereits 1975 ein umfassendes Exportverbot, mit teils drastischen Strafen, bei Zuwiderhandlungen. Chinas Bestände der Mandarinente waren bereits seit 1911 bedenklich geschrumpft, da damals die kaiserlichen Jagdgebiete für die Menschen zugänglich gemacht und in Folge zu Siedlungsraum und Ackerbau umgewandelt wurden, was den Vögeln einen Großteil ihres ursprünglichen Lebensraumes raubte.

Die Mandarinente in Europa

Die Mandarinente ist die wohl populärste Zierente überhaupt. Bereits vor 150 Jahren brachte man sie aus dem östlichen Asien als Parkvogel nach Europa, wobei die meisten Tiere zunächst nach England gebracht wurden. Heute ist sie in ganz Europa gehaltener, aber auch wilder Bestandteil der Tierwelt an vielen Gewässern. Wobei die wilden Mandarinenten wohl auch komplett auf Gehegeflüchtlinge zurück gehen. Heute geht man von über 7.000 europäischen Brutpaaren aus, was den asiatischen Bestand mittlerweile deutlich übersteigt.