Tierlexikon: Mandrill

Mandrill im Tierpark Hellabrunn 2013 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Mandrillus sphinx
Verbreitung kontinental:
Afrika
Verbreitung regional:
Kamerun, Kongo, Äquatorialguinea, Gabun
Lebensraum:
tropische Regenwälder
Gattung:
Backenfurchenpaviane
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: gefährdet

Der Mandrill verbringt den Hauptteil seines wachen Lebens auf dem Waldboden. Nachts jedoch klettern die bis zu 20 Tiere starken Horden in die Bäume. Manchmal schließen sich einzelne Horden zu Gruppen von bis zu 200 Mandrills zusammen, über die Ursache ist sich die Wissenschaft noch nicht ganz im Klaren. Es ist möglich, dass es sich um eine große Gruppe handelt, die sich gelegentlich trennt oder dass es umgekehrt ist.
Obwohl man sie früher verwandtschaftlich nah zu den Pavianen stellte, weiß man heute, dass ihre nächsten Angehörigen die Mangaben sind. Besonders auffällig und bedrohlich sind die langen, dolchartigen Eckzähne der Mandrillmännchen. Das Gähnen bei dem diese mächtigen Zähne entblößt werden, dient der Abschreckung und wird deshalb auch „Drohgähnen“ genannt. Neben dieser Drohgebärde bedient sich die Affenart auch noch eines regelmäßigen Aufstampfens mit den Vorderpfoten. Es soll einen Kampf und daraus folgende Verletzungen bereits im Voraus verhindern.Als Gegner ist der Mandrill gefürchtet, selbst ausgewachsene Leoparden gehen einem männlichen Mandrill aus dem Weg. Hervorzuheben wäre noch der kurze Schwanz, der ebenfalls ein typisches Merkmal des Mandrills ist. Er ist neben den Menschenaffen und dem Menschen der schwerste Affe.
Mandrills sind Allesfresser, die aber mehr pflanzliche Nahrung zu sich nehmen. Gelegentlich ergänzen die Affen ihren Speiseplan allerdings durch Insekten, Frösche, Eidechsen oder Schlangen.
Mandrills können sehr alt werden, in Freiheit wurden Tiere von bis zu 30 Jahren dokumentiert. In Gefangenschaft können die Affen aber noch älter werden, der älteste Mandrill in einem Zoo starb im Alter von 46 Jahren Leider ist der Mandrill für die Menschen in der Region, die seinen Lebensraum darstellt, zu einer Nahrungsquelle geworden und wird als „bushmeat“, wie bei uns z.B. Rehe oder Wildschweine, gejagt.

Das besondere Aussehen des Mandrills

Der männliche Mandrill ist einer der buntesten Affen der Welt. Seine blauen und grell roten Nasenflügel (Backenfurchen), der gelb-orange Kinnbart, sowie das türkis-rote Hinterteil machen das Tier unverwechselbar. Die Farben leuchten Intensiver, wenn die Mandrills erregt sind, ebenso wie sie bei kastrierten Tieren annähernd verblassen. Die rote Farbe auf der Nase kommt von der starken Durchblutung, die blaue Färbung ist jedoch ein optischer Effekt, bei dem sich das Licht auf eine ganz besondere Art auf der Haut des Mandrills bricht.

Woher der Mandrill seinen Namen hat…

Der Mandrill hat seinen Namen aus einer Sprache der Eingeborenen Westafrikas. Das Wort „Mandrill“ bedeutete in deren Sprache allerdings Schimpanse. Die Engländer übersetzten es allerdings falsch und über nahmen bereits im 18.Jahrhundert, so dass es auch nach Erkennung des Fehlers nicht mehr geändert wurde.