Tierlexikon: Mantelpavian

Mantelpavian im Tierpark Hellabrunn - Foto: M.Schmid/zoogast.de 2013

Mantelpavian im Tierpark Hellabrunn – Foto: M.Schmid/zoogast.de 2013

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Papio hamadryas
Verbreitung kontinental:
Afrika, Asien
Verbreitung regional:
Dschibuti, Eritrea, Äthiopien, Saudi Arabien, Somalia, Sudan, Jemen
Lebensraum:
Halbwüsten, Savannen und Felsgebiete, jedoch immer mit Frischwasserquellen
Gattung:
Paviane
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Mantelpaviane leben in komplexen Verbänden. Ganz unten sind die Haremsgruppen, die aus einem dominanten Männchen, mehreren Weibchen und deren Nachwuchs bestehen. Diese Haremsgruppen schließen sich zu Clans zusammen, die wiederum mit anderen Clans sogenannte Banden bilden, die durchaus über 150 Tiere umfassen können. Letztlich versammeln sich oft mehrere Banden zu einer gigantischen Horde an einem Schlaffelsen um dort zu übernachten. Diese riesigen Versammlungen bieten einen größeren Schutz, gegen Fressfeinde, wie etwa den Leoparden. Männchen ohne eigenen Harem verfolgen meist die Haremsgruppen anderer Männchen und versuchen dessen Weibchen zu sich zu locken. Gegenseitige Fellpflege ist wichtiger Bestandteil des Sozialverhaltens dieser Affenart.
Der Mantelpavian kann eine Gewicht von knapp 30 Kilo und eine Größe von etwa einem Meter erreichen. Männchen und Weibchen sind gut zu unterscheiden. Die Männchen haben ein silbern-graues Fell mit einer fast weißen Mähne, die auch zu ihrem Namen führte, und ein mächtiges Gebiss, mit dem sie sogar Leoparden in die Flucht schlagen können. Die Weibchen dagegen sind deutlich kleiner und schlicht braun, ohne die markante Haarpracht und weisen bei Paarungsbereitschaft ein geschwollenes Hinterteil auf. Der Mantelpavian hat zudem geschlechterübergreifend ein fleischfarbenes Gesicht.
Der Mantelpavian ist ein Allesfresser, was seinem kargen Lebensraum geschuldet ist. Er frisst Früchte, Gras, Wurzeln und Samen ebenso, wie Insekten, kleine Säugetiere und Reptilien, aber auch Vogeleier. Da sie regelmäßig trinken müssen, bleiben sie immer in der Nähe einer Frischwasserquelle.
Bei den Mantelpavianen wird das Weibchen im Alter von etwa fünf Jahren geschlechtsreif und kann dann in der Regel alle zwei Jahre Nachwuchs bekommen. Nach einer Schwangerschaft, die normalerweise ein halbes Jahr dauert, kommt nur ein Jungtier zur Welt. Das Junge wird etwa ein Jahr gesäugt, ehe es entwöhnt wird.
Forscher glauben, dass die Populationen auf der Arabischen Halbinsel verwilderte Haustiere sind, die von den Einheimischen vor sehr langer Zeit aus Afrika mit gebracht wurden. Diese Theorie konnte allerdings noch nicht bewiesen werden.

Der Mantelpavian und der Mensch

Früher: Bei den Alten Ägyptern galten Mantelpaviane als heilige Tiere. Der Gott des Mondes und der Wissenschaft wurde oft als Mantelpavian dargestellt. Im Totenglauben begleiteten sie die Verstorbenen auf ihrem Weg ins Jenseits und wurden von diesen für Gerechtigkeit im nächsten Leben angefleht. Manchmal wurden die Affen sogar begraben und mumifiziert. Für Reisende auf ihrem Weg durch die trockenen Gebiete, waren Mantelpaviane manchmal überlebenswichtig. Da die Tiere immer eine Wasserquelle kannten und man ihnen nur folgen brauchte, wenn die Vorräte knapp wurden.
Heute: In Ägypten ist der Mantelpavian mittlerweile ausgestorben. Auf der Arabischen Halbinsel sind viele der Tiere inzwischen in die Städte umgezogen, da es für sie hier leichter ist an Nahrung zu kommen, als in ihrem angestammten Lebensraum. Natürlich werden die großen Affen mit ihrem beeindruckenden Gebiss, ähnlich den Rhesusaffen auf dem Indischen Subkontinent, in Siedlungen nicht gerne gesehen, sie sind aber in den Häuserschluchten kaum zu bekämpfen. Auch die Bauern in Afrika sehen im Mantelpavian einen Schädling, da eine große Bande gut in der Lage ist ganze Ernten zu vernichten. Aber das Problem mit dieser Affenart hat sich der Mensch selbst verschuldet, da er durch die annähernde Ausrottung von Löwen und Leoparden in diesem Gebiet, alle größeren Fressfeinde des Mantelpavians verschwinden ließ.