Tierlexikon: Damagazelle

Damagazelle im Tierpark Hellabrunn 2012 – Foto:M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Gazella dama
Verbreitung kontinental:
Afrika
Verbreitung regional:
Tschad, Mali, Niger, Senegal, Marokko, Algerien
Lebensraum:
Trockene Sandwüsten, Dornbuschsteppen und Baumsavannen
Gattung:
Gazellen
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: vom Aussterben bedroht

Damagazellen leben in Herden von bis zu 20 Tieren, die immer aus einem Männchen und seinem Harem bestehen. Das bedeutet, dass der Bock mehrere Weibchen und deren mit ihm gezeugten Jungtieren anführt. Heranwachsende Böcke trennen sich von der Herde und bilden bis zum Erwachsenenalter Junggesellengruppen. Es wurden auch Herden von Weibchen mit Jungtieren ohne Männchen beobachtet, dies könnte aber auch eine Folge der geringen Anzahl noch lebender Damagazellen und des daraus folgenden Mangels an Böcken sein. Bei Nahrungsmangel wurde auch schon beobachtet, dass sich mehrere Herden zu einer, bis zu 600 Tiere starken, Herde zusammen schlossen. Während der Paarungszeit finden Kämpfe zwischen den Böcken um die Weibchen statt, die allerdings eher gegenseitige Drohgebärden sind, da es nie zu schweren Verletzungen kommt. Die Damagazelle ist anspruchslos bei der Wahl ihres Futters, sie fressen Gräser, Kräuter und Laub. In besonders trockenen Zonen stellen sich die Tiere auf die Hinterbeine um die Blätter der Akazien zu erreichen. Sie schaffen es so Laub in bis zu drei Metern Höhe zu erreichen. Auch Wassermangel ist für diese Gazellenart kein Problem, sie decken beinahe ihren ganzen Flüssigkeitsbedarf über das Fressen. Die Damagazelle ist die größte Gazellenart.

Gefahren für die Damagazelle

Die Damagazelle lebt in einer Welt, die anscheinend gänzlich feindlich für sie geworden ist. Die Menschen, die sich das Land mit ihnen teilen sehen in ihnen meist nur Nahrung oder geldwerte Ware. Sie lassen sich von Jägern beim aufspüren der seltenen Tiere bezahlen oder jagen sie gleich selbst für den Fellhandel. Zudem nehmen sie ihnen durch Ackerbau, Weidevieh und dem ständigen Wachsen ihrer Ansiedlungen langsam allen Lebensraum. Aber auch der Klimawandel arbeitet gegen sie, so breitet sich die Wüste immer mehr in die lebenswichtigen Halbwüsten aus und Wasserquellen für Futterpflanzen versiegen langsam.

Die Mhorr-Gazelle

Manchmal wird die Mhorr-Gazelle als Unterart der Damagazelle geführt. Doch die IUCN tut das nicht. Die Mhorr-Gazelle weicht nur farblich von der Damagazelle ab. Da ihr Kopf und Rücken rotbraun sind. Tatsache ist aber, dass dieser farbliche Unterschied regional bedingt ist. Die Mhorr-Gazelle kommt nur im nordwestlichen Afrika vor und die Damagazelle mit ihrem weißen Kopf lebt im östlichen Afrika. Die Mhorr-Gazelle gilt in der freien Wildbahn als Ausgestorben. 1968 wurde das letzte Tier von einem Jäger in der Sahara erlegt. 1971 fand man 19 Tiere bei einem Viehzüchter in Marokko. Elf dieser Tiere kamen 1971 in eine staatliche Zuchtstation in Almeria/Spanien. Aus dieser Zuchtgruppe wurde in Zoos wieder eine Population von über 100 Tieren aufgebaut, von denen nun einige unter großen Aufwand in Marokko und Tunesien langsam wieder ausgewildert werden. Der Name Mhorr bedeutet auf Arabisch Fohlen, und da die Mhorr-Gazellen mit der dunkelbraunen Rückenfärbung den Fohlen der arabischen Pferde ähnlich sahen, erhielten sie den Namen.