Tierlexikon: Nasenbär

Aufgenommen im Jura-Zoo Neumarkt 2013 – Foto:M.Schmid/zoogast.de

Allgemein:
Wissenschaftlicher Name:
Nasua nasua
Verbreitung kontinental:
Amerika (Südamerika)
Verbreitung regional:
Kolumbien, Venezuela, Guyana, Suriname, Französisch Guiana, Brasilien, Peru, Bolivien, Paraguay, Uruguay und Argentinien
Lebensraum:
Regen- und Galeriewälder, Savannen und Grasland
Gattung:
Nasenbären
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Bei den Nasenbären leben die Weibchen in Gruppen von bis zu 25 Tieren zusammen mit ihrem Nachwuchs, während die Männchen außerhalb der Paarungszeit normalerweise Einzelgänger sind. Wenn sich die Männchen während der Paarungszeit treffen, kann es zu aggressiven Kämpfen kommen, bei denen im schlimmsten Fall beide Tiere sterben können. Bei Revierkämpfen wird die lange, bewegliche Nase nach oben gebogen, damit der Rivale die scharfen Zähne sehen kann. Innerhalb der Weibchengruppen herrscht ein reges Sozialleben, so werden z.B. die Jungen auch von fremden Müttern gesäugt, oder sie betreiben Fellpflege, ähnlich den Affen.
Zur Verständigung geben Nasenbären ein Fiepen und Trillern von sich. Nasenbären sind tagaktiv und sehr gute Kletterer, wobei ihnen auch ihre scharfen Krallen für den Halt und ihr Schwanz für die Balance sehr behilflich sind.
Am gefährlichsten werden ihnen Raubkatzen und Schlangen, weswegen sie auch die Nacht in den Wipfeln der Bäume oder in unzugänglichen Felsspalten und Höhlen verbringen.
In der Wahl ihres Lebensraumes sind die Nasenbären nicht sonderlich anspruchsvoll, sie besiedeln Regenwälder ebenso wie Savannen oder Grasland.
Der Name „Koati“, der in vielen europäischen Sprache als Artbezeichnung verwendet wird, stammt von der ursprünglichen Bezeichnung der Indios für den Nasenbären.

Nasenbären und der Nachwuchs

Kurz vor der Geburt zieht sich die Mutter in ein „Nest“ zurück und wirft zwei bis sieben Jungen, die sie die ersten sechs Wochen nicht aus dem Nest lässt. Wenn sie dann zusammen mit ihrem Nachwuchs zur Gruppe zurück kehrt, dauert es etwa eineinhalb Jahre bis die Kleinen erwachsen sind und etwa drei Jahre bis sie selbst Junge zeugen können. Gesäugt werden die Tiere etwa vier Wochen und die Mutter versorgt sie solange fürsorglich bis der nächste Wurf, im nächsten Jahr die älteren Jungtiere ablöst.

Nasenbären auf Nahrungssuche

Nasenbären nutzen auf Nahrungssuche ihre lange, bewegliche Nase und ihre Krallen zum aufwühlen der Erde. Während der Nahrungssuche stellt der Nasenbär seinen Schwanz auf um für die Gruppe sichtbar zu bleiben. Beinahe alles was sie finden, wird auch verspeist. Als Allesfresser verzehren sie Beeren und Früchte ebenso wie kleine Vögel und Fische. Zudem werden weder Eier, Amphibien, Insekten noch kleinere Insekten verschmäht. Auch Schnecken und Schalentiere gehören zum Speisezettel.