Tierlexikon: Papua-Hornvogel

Papua-Hornvogel im Raritätenzoo Ebbs - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Papua-Hornvogel im Raritätenzoo Ebbs – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Rhyticeros plicatus
Verbreitung kontinental:
Asien
Verbreitung regional:
Indonesien, Papua Neuguinea, Salomonen
Lebensraum:
tropische Regenwälder in Gewässernähe
Gattung:
Rhyticerus
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Der Papua-Hornvogel lebt als Paar oder in kleinen Familienverbänden. Gelegentlich wurden aber auch schon Gruppen von bis zu 50 Vögeln beobachtet.
Der Papua-Hornvogel ist gut an seinem markanten Schnabelaufsatz mit dem Rillenprofil zu erkennen. Diesen haben beide Geschlechter, ebenso wie die blauen Augenringe und die weißen Schwanzfedern. Ansonsten unterscheiden sich die Geschlechter in der Gefiederfärbung. Während das Männchen einen gold gefärbten Hals, Brust und Kopf haben und der Schnabelansatz rötlich ist, ist das Weibchen Ganzheitlich schwarz. Der Papua-Hornvogel ist bekannt für sein lautes Fluggeräusch, das einer Dampflok ähnelt. Zudem können die Vögel verschiedenste Laute von sich geben, was zur Annahme führte, sie würden lachen. Trotz seiner Größe ist der Schnabel des Papua-Hornvogels sehr leicht. Er besteht aus dünnen Verstrebungen, die mit einer Hornschicht überzogen sind.
Der Papua-Hornvogel ist ein Allesfresser, der sich hauptsächlich von Obst, wie etwa Feigen ernährt. Gelegentlich ergänzt er sein Futter auch noch mit Insekten, Krabben und mineralhaltiger Erde.
Papua-Hornvögel sind sehr heikel in der Wahl ihrer Partner und wurde ein Tier einmal vom anderen Geschlecht abgelehnt, so kommt es nie zu einer Paarbildung zwischen den beiden Vögeln. Hat sich ein Pärchen jedoch gefunden, so belieben sie sich ein Leben lang treu. Das Weibchen baut sein Nest in einer Baumhöhle, die gut 30 Meter über dem Boden liegen kann und mauert den Eingang mit einem Brei aus Nahrung, Kot und Holzspänen bis auf einen kleinen Schlitz zu. Dieses Verhalten soll Mutter und Nachwuchs vor Raubtieren schützen. Das Weibchen legt dann bis zu zwei Eier, die es einen Monat lang ausbrütet. Bis das Weibchen die Höhle verlässt, wird es nun vom Männchen durch den Schlitz mit Futter versorgt. Das Weibchen bleibt dann noch etwa drei weitere Monate mit dem Nachwuchs in der Höhle, bis dieser flugfähig geworden ist.
Der Papua-Hornvogel wurde im Jahre 1781 vom deutschen Naturforscher Johann Reinhold Forster entdeckt und erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die Eingeborenen in seinem Verbreitungsgebiet nutzen die Federn erlegter Papua-Hornvögel für ihren traditionellen Kopfschmuck und die Unterkiefer der Vögel als Speerspitze.

Unterarten des Papua-Hornvogel

Der Papua-Hornvogel wird in sechs Unterarten aufgeteilt, die nach ihrem Verbreitungsgebiet unterschieden werden.

Rhyticeros plicatus dampieri – Bismark Archipel
Rhyticeros plicatus harterti – nördliche Salomonen
Rhyticeros plicatus jungei – Neuguinea und umliegende Inseln
Rhyticeros plicatus mendanae – südliche Salomonen
Rhyticeros plicatus ruficollis – Molukken und westliches Neuguinea
Rhyticeros plicatus plicatus – übriges Verbreitungsgebiet